29.5.–9.6.2024 Köln, Düsseldorf und Mülheim an der Ruhr
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AKADEMIE #1: MAKE FRIENDS – SHARE KNOWLEDGE

Ein Parcours durch die Impulse-AKADEMIEN 2018-23
30.5.–1.6., an verschiedenen Orten in Düsseldorf und Köln

Gemeinsam mit dem Netzwerk FESTIVALFRIENDS blicken die Impulse auf AKADEMIEN zurück, die seit 2018 stattgefunden haben, und teilen das dabei entstandene Wissen. Was bleibt? Wie hat sich die Perspektive auf die verschiedenen AKADEMIE-Themenschwerpunkte verändert? Darunter körperlose Begegnungen und internationales Koproduzieren, künstlerische Methoden, Archivierung und Arbeitsbedingungen. AKADEMIE-Leiter*innen berichten, wie sie heute auf ihr Thema blicken, und greifen Formate wieder auf, die einen besonders intensiven Austausch unter den Teilnehmenden und gemeinsames Lernen ermöglichen. Dabei liegt ein besonderer Fokus auf praktischem Wissen für Festivalmacher*innen.


Die AKADEMIE #1: „MAKE FRIENDS – SHARE KNOWLEDGE“ wird in Kooperation mit FESTIVALFRIENDS, einem Festival-Verbund der Freien Darstellenden Künste in Deutschland sowie dem NRW Landesbüro Freie Darstellende Künste e. V. und dem Bundesverband Freie Darstellende Künste e. V. realisiert. FESTIVALFRIENDS wird gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien über das Programm „Verbindungen fördern“ des Bundesverbands Freie Darstellende Künste e. V.

Orte:
FFT Düsseldorf, Konrad-Adenauer-Platz 1, 40210 Düsseldorf
TMD Theatermuseum Hofgartenhaus Düsseldorf, Jägerhofstraße 1, 40479 Düsseldorf
Südstadion, Vorgebirgsstraße 76, 50969 Köln

Kosten:
Tagesticket: 10 € (inkl. Mittagessen und Shuttle zum SHOWCASE nach Köln)
Gesamtticket für drei Tage: 20 €
Die Tickets können hier auf rausgegangen.de gebucht werden.

Im Rahmen der Kooperation mit FESTIVALFRIENDS besteht bei Bedarf und nach Verfügbarkeit die Möglichkeit einer begrenzten Reisekosten-Übernahme. Die Beantragung erfolgt bis 30. April via E-Mail an akademie[at]impulsefestival.de.

© Robin Junicke
© Robin Junicke
© Robin Junicke
© Robin Junicke
© Robin Junicke
© Robin Junicke
© Robin Junicke

30.5.–1.6. Futur3 und Andreas Maria Fohr: PORTABLE ARCHIVE

Ort und Öffnungszeiten:
30.5. und 1.6., 10:00–13:00: FFT Düsseldorf
31.5., 10:00–17:00: FFT Düsseldorf
1.6., 14:00–17:00: TMD Theatermuseum Hofgartenhaus Düsseldorf

„Portable Archive“ ist der Versuch, eine Theaterperformance in ein durch die Besuchenden reaktivierbares Archiv umzusetzen. Anhand verschiedener „herausgefilterter“ und neu materialisierter Elemente aus der Futur3-Produktion „1934 – Stimmen“ (2020) geht es im Projekt darum, Dokumente und Fragmente dieses Stückes neu aufzustellen. Ziel des Archivs ist, in die Struktur der Theaterarbeit, ihre Fragestellungen, Kontexte und Bilder einzutauchen. Die Betrachtung der Wechselwirkungen zwischen Archiv und Theaterproduktion soll eine Reaktivierung konstitutiver Elemente des Theatermachens ermöglichen. Der Archivbesuch findet im Dialog – idealerweise zu zweit – statt.

Donnerstag, 30.5.
Orte: FFT Düsseldorf und Südstadion, Köln

12:00 Begrüßung, Programmvorstellung und Mittagessen

Ort: FFT Düsseldorf
Sprache: Deutsch

Mit der AKADEMIE-Moderatorin Anne Schneider, den AKADEMIE-Leiter*innen und FESTIVALFRIENDS

13:30 Abfahrt Shuttle vom FFT zum Südstadion, Köln

14:30–17:00 AKADEMIE 2018: Zwischen Dorfplatz und Weltmarkt. Freies Theater zwischen Ortsbezug und internationaler Kooperation

Ort: Südstadion, Köln
Sprache: Deutsch

Gespräch mit Kolja Burgschuld und Anne Schneider
In den Freien Darstellenden Künsten trifft die Arbeit mit lokalen Communitys, individuellen Biografien oder im öffentlichen Raum auf internationale Koproduktionen und Tourneen. Dieses Spannungsfeld zwischen Lokalität und Globalität erkundete die Impulse-Akademie 2018 aus ästhetischem, kulturpolitischem und ökonomischem Blickwinkel. Dabei erforschten die Teilnehmenden auf Exkursionen den internationalen Warenhandel, die Kulturindustrie und den Fußball.

Otmar Wagner: Fortuna. Sport Kunst Politik
Auf überregionaler oder gar internationaler Bühne zu spielen steht im Volkssport Fußball für Erfolg und Wachstum. Zugleich sind die Geschichten vieler Vereine bis heute geprägt von lokalen Identitäten. „Theater muss wie Fußball sein“ lautet ein viel zitierter Buchtitel über das Freie Theater, den der Performance-Künstler Otmar Wagner in einer eigens für die Impulse 2018 produzierten Tonspur genüsslich seziert: mit Fangesängen, O-Tönen von Lokalmatadoren und 1001 Querverweisen aus seinem Bücherschrank. Die Besucher*innen erkunden dazu gemeinsam mit Geschäftsführer Niklas Müller das Südstadion und die wechselvolle Geschichte des SC Fortuna Köln: Wie gelingt der Spagat zwischen lokaler Identität und internationalem Erfolg – im Fußball wie in der Freien Szene? Der Lappen muss hoch und das Runde muss ins Eckige!

17:00 Abfahrt Shuttle zum SHOWCASE im Schauspiel Köln, Depot 2

Freitag, 31.5.
Ort: FFT Düsseldorf

10:00–13:00 AKADEMIE 2021: Lost in Space? Theatrale Gemeinschaft, Protest und internationale Zusammenarbeit in einer körperlosen Zeit

Sprachen: Deutsch und Englisch.
Der Workshop findet in englischer Sprache statt.

Gespräch mit Anne Schulz und Anne Schneider
2021 trafen sich im dreitägigen Workshop „Exercises in Social Intimacy“ Theaterschaffende, Tänzer*innen, Forschende und Studierende aus Südafrika, der Schweiz, Belarus, dem Vereinigten Königreich und Deutschland – sowohl online als auch offline. Nach einem Jahr Covid-Pandemie war es nach wie vor fast unmöglich, Theater zu machen. Denn dieselbe Luft zu atmen war zu riskant. Sich im Theater zu versammeln war zu intim. Im Workshop konzentrierten sich die Teilnehmenden auf diese wesentliche und bis dahin oft übersehene Intimität des Theaters und begriffen sie als Stärke. Sie verwendeten Mittel der Performancekunst, um trotz strikter Befolgung der Abstandsregeln miteinander in Berührung zu kommen. Sie brachten Fremde dazu, sich durch Plastikfolie hindurch zu umarmen, streichelten Menschen mit 1,5 Meter langen Stöcken und tanzten auf Zoom miteinander.

Workshop: Exercises in Social Intimacy – revisited
Mit: Sibylle Peters, Clara Vaughan, Ansuman Biswas
Im diesjährigen Workshop blicken die Teilnehmenden zurück und fragen: Machen wir anders Theater – jetzt, da wir es zurückhaben? Nehmen wir immer noch wahr, wie intim es ist, dieselbe Luft zu atmen und Arm an Arm nebeneinanderzusitzen? Wissen wir diese Intimität wertzuschätzen? Hat die Zeit der Distanz uns einander womöglich nähergebracht?

13:00–14:00 Mittagessen

14:00–17:00 AKADEMIE 2018: Unsichere Begegnungen. Über den Zusammenhang von Methode und Ästhetik im Freien Theater

Sprache: Deutsch

Gespräch mit Sandra Umathum und Anne Schneider
Künstler*innen der Freien Szene finden und generieren ihr Material oft bei und mit Menschen aus kunstfernen Kontexten. Ausgehend von dieser Beobachtung widmete sich die AKADEMIE 2018 dem Prinzip der „unsicheren Begegnung“. Im Zentrum stand die Frage, wie Zusammentreffen und Arbeit mit Menschen aus nichtkünstlerischen Bereichen bestehende ästhetische Ansätze verunsichern und neue inspirieren können. 2024 wird der Fokus auf das erweitert, was damals ausgespart geblieben ist: auf die unsicheren Begegnungen zwischen menschlichen und mehr als menschlichen Entitäten.

Workshop: How to do things with Schleim
Mit: Philomena Theuretzbacher, Doris Uhlich, Sandra Umathum
In diesem Workshop geht es um Schleim. Schleim ist eine Substanz, die ambivalente Reaktionen auslöst. Die weder eindeutig fest noch eindeutig flüssig ist. Die den Organismus zusammenhält und Verbindungen herstellt. Zum Workshop laden ein: die Tänzerin und Choreografin Doris Uhlich, in deren Stücken „Gootopia“ und „Gootopia – The Treatment“ Schleim als Material und Performer*in ins Spiel kommt, die Theaterwissenschaftlerin und Dramaturgin Sandra Umathum und die Schleim-Expertin Philomena Theuretzbacher. Gemeinsam mit den Teilnehmenden erproben sie verschiedene Formen der Kontaktaufnahme mit dem Schleim und widmen sich dessen unterschiedlichen Qualitäten.
Den Teilnehmenden wird empfohlen, Kleidung mitzubringen, die (abwaschbare) Flecken bekommen darf.

17:00 Abfahrt Shuttle zum SHOWCASE nach Köln

Samstag, 1.6.
Orte: FFT Düsseldorf und TMD Theatermuseum Hofgartenhaus Düsseldorf

10:00–13:00 AKADEMIE 2023: Weniger produzieren, besser arbeiten. Die Freien Darstellenden Künste jenseits des Wachstums

Ort: FFT Düsseldorf
Sprache: Deutsch

Gespräch mit Jascha Sommer und Anne Schneider
In den vergangenen Jahren standen bei den Impulse-AKADEMIEN die Arbeitsbedingungen in den Freien Darstellenden Künsten immer wieder im Fokus. Tatsächlich hat sich einiges getan: Honoraruntergrenzen haben das Auskommen vieler frei arbeitender Künstler*innen verbessert, über Arbeitsbedingungen wird vollkommen selbstverständlich diskutiert und gestritten, Verbände und Gewerkschaften treten selbstbewusster gegenüber der Kulturpolitik auf. Doch ist die Situation für viele Freie wie auch Festangestellte in der Szene nach wie vor prekär – und wird in Zeiten knapper Kassen und schwarzer Null sogar noch angespannter. Dringend nötige Etaterhöhungen bleiben aus oder werden zurückgenommen, Honoraruntergrenzen und Stundenlöhne werden durch undokumentierte Mehrarbeit unterlaufen, eine Absicherung im Alter ist für viele über das Mindestmaß hinaus kaum möglich.

Besser arbeiten!?
Arbeitsbedingungen in den Freien Darstellenden Künsten
Vorträge und Tischgepräche von und mit Anica Happich, Christoph Rech und Katja Sonnemann
Nachdem Verbände, Gewerkschaften und Forschungsprojekte vor allem die Situation von Künstler*innen in den Blick genommen haben, weitet der Schwerpunkt „Besser arbeiten!?“ den Blick und betrachtet das Gesamtsystem „Freie Szene“: Wie steht es um die finanzielle Situation der Häuser und ihrer Mitarbeiter*innen? Was bedeuten die aktuellen kulturpolitischen Entwicklungen für die zahlreichen Freien auch jenseits der Künstler*innenschaft, z. B. für Produktionsleiter*innen? Darüber tauschen sich die Teilnehmenden in Vorträgen und Tischgesprächen aus.

13:00–13:45 Mittagessen

13:45–14:00 Spaziergang vom FFT ins TMD Theatermuseum Hofgartenhaus Düsseldorf

14:00–17:00 AKADEMIE 2021: Geschichte wird gemacht. Ein performatives Archiv des Freien Theaters

Ort: TMD Theatermuseum Hofgartenhaus Düsseldorf
Sprache: Deutsch

Gespräch mit Daniel Richter und Anne Schneider
Wie könnte ein Archiv der Freien Darstellenden Künste für die Zukunft aussehen? Und wie könnte das Archiv gestaltet sein, um die Vergangenheit nicht bloß zu konservieren, sondern auch sinnlich zu vergegenwärtigen? Diese Fragen stellte sich das Impulse Theater Festival 2021. Gemeinsam mit Wissenschaftler*innen, darstellenden und bildenden Künstler*innen erforschten wir an der Schnittstelle von Theater, Archiv und digitaler Kunst in einem offenen Laborprozess die Zukunft des Impulse-Archivs. Zeit für eine Zwischenbilanz. Welche unterschiedlichen Strategien und Methoden zur Archivierung sind entstanden? Welche Erzählungen des Sammelns haben sich herauskristallisiert? Wie sehen erste Schritte bei der Etablierung des eigenen Archivs aus?

Unser Weg ins Archiv
Archivierungs-Workshop mit Barbara Jennerwein, Wilma Renfordt und Steffen Wedepohl (Digitales Archiv der Freien Darstellenden Künste)
Ihr wollt eure Arbeit und die damit verbundenen Geschichten und Erinnerungen bewahren und für andere sichtbar machen? Aber ihr wisst nicht, wie das geht, und überhaupt: Wo anfangen? In diesem Workshop durchlaufen die Teilnehmenden gemeinsam erste Schritte der Archivierung. Alle bringen etwas mit, das sie gerne archivieren möchten: aus der eigenen künstlerischen Praxis oder von anderen, ein Resultat oder etwas aus dem Prozess; einen Gegenstand, ein Dokument oder eine Datei. Wir sprechen gemeinsam über die Objekte und ihre Bedeutung und beginnen dann mit ihrer Verzeichnung im Digitalen Archiv der Freien Darstellenden Künste. Dafür benötigen alle Teilnehmenden einen eigenen Laptop.

Was fehlt? – Und nun?
Mit: Sascha Förster (Institutsleiter TMD Theatermuseum Hofgartenhaus Düsseldorf) und Dominik Müller (Kurator Festival-Archiv NRW)
Das Impulse-Archiv bildet einen Grundpfeiler des im Aufbau befindlichen Festival-Archivs NRW am TMD Theatermuseum Hofgartenhaus Düsseldorf. Gemeinsam sichten wir Materialien ausgewählter Festivaljahrgänge. Wir begeben uns mit euch auf die Suche nach Spuren dessen, was war, und identifizieren Lücken, wo nichts mehr ist. Fehlen euch bestimmte Objekte in den Beständen? Haben eure Erinnerungen darin keinen Platz? Formt mit uns eine spekulierende Archiv- und Dokumentationswerkstatt: Wie könnten Lücken in Zukunft vermieden werden? Wie entwickeln wir Dokumentationswerkzeuge für kuratorische Prozesse, die sich nicht allein über Objekte belegen lassen? Wie lässt sich persönliches Erleben auch von Publikum festhalten?

17:30 Abfahrt Shuttle zum SHOWCASE nach Köln