9.–19. Juni 2022 in Mülheim an der Ruhr, Köln und Düsseldorf
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The Kids are Alright

„Unsere Kinder sollen es einmal besser haben“, sagten die Eltern, als sie nach Deutschland kamen – und sahen ihre Kinder mit Rassismus aufwachsen. Die Video-Installation versammelt die Stimmen von sechs Menschen mit unterschiedlichem Migrationserbe, die von Generationenkonflikten, politischen Kämpfen und Zukunftsvisionen berichten.

ENTFÄLLT

Tanzfaktur, Halle
Sprache: Deutsch mit englischen Untertiteln

© Mayra Wallraff
© Mayra Wallraff
© Mayra Wallraff

Ein weiter Raum, Videoleinwände, ein stilisiertes Spielplatz-Karussell, ein Schaukelpferd. Darauf sitzen die Zuschauer*innen und hören die Familienerzählungen junger Menschen, deren Familien in den Nachkriegsjahrzehnten nach Deutschland kamen – auf der Flucht vor Verfolgung, Krieg und Not. Sie sprechen über die Hoffnungen und Ansprüche ihrer Eltern, rassistische motivierte Ausgrenzung und Gewalt und über die politische Arbeit, die sie als Psychologin, antifaschistische Aktivistin oder Migrationsforscher für zukünftige Generationen machen: „Wir sind die Kinder der 90er Jahre. Und wir leben immer noch in Deutschland. Unsere Eltern mussten uns Solingen, Mölln und Rostock-Lichtenhagen erklären. Wir sprechen mit unseren Kindern über Halle und Hanau.“

Credits

Konzept: Simone Dede Ayivi
Video: Jones Seitz
Bühnenbild: Theresa Reiwer
Sound, Musik: Katharina Pelosi
Licht: Frieder Miller
Produktionsassistenz, dramaturgische Mitarbeit: Selma Böhmelmann
Ausstattungsassistenz: Chris Erlbeck
Kamera Außenaufnahmen: Thomas Machholz
Expert*innen: Nabila Bushra, Fatma Kar, Lenssa Mohammed, Dan Thy Nguyen, Kadir Özdemir
Produktionsleitung: ehrliche arbeit – freies Kulturbüro
Technische Produktion: Gefährliche Arbeit

Produktion

Eine Produktion von Simone Dede Ayivi und Kompliz*innen in Koproduktion mit Sophiensæle, Berlin. Gefördert durch die Basisförderung der Senatsverwaltung für Kultur und Europa und durch Mittel des Hauptstadtkulturfonds.

Biografien

Simone Dede Ayivi studierte Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis an der Universität Hildesheim. 2016 entwickelte sie an der akademie der autodidakten am Ballhaus Naunynstraße gemeinsam mit postmigrantischen Jugendlichen das Theaterprojekt „JETZT BIN ICH HIER!“, in dem sich diese mit ihrer aktuellen Lebenssituation in Deutschland auseinandersetzten. Im Rahmen von FIRST BLACK WOMAN IN SPACE war Ayivi mit der gesamten Produktion für drei Wochen Artist in Residence am Künstlerhaus Mousonturm. Seit 2012 arbeitet sie mit unterschiedlichen Kompliz*innen zusammen.

Katharina Pelosi studierte am Institut für Angewandte Theaterwissenschaft in Gießen und arbeitet als Audiokünstlerin in den Bereichen Performance, Choreografie, Hörspiel und Installation. Sie ist Mitbegründerin des feministischen Performancekollektivs Swoosh Lieu. Von 2015 bis 2017 war Pelosi mit ihrem künstlerischen Promotionsprojekt zu „Sound als erinnerungskulturellem Medium im postkolonialen Hamburg“ Mitglied im Graduiertenkolleg Performing Citizenship. 2021 ist sie Stipendiatin an der Casa Baldi in Rom, 2022 an der Kulturakademie Tarabya in Istanbul.

Jones Seitz ist gelernte*r Mediengestalter*in Bild und Ton und hat Angewandte Theaterwissenschaft in Gießen und Porto studiert. Neben eigenen künstlerischen Recherchen zu Widerstand übernimmt sie*er die technische Leitung freier Projekte wie Licht- und Videodesign, so z. B. für Simone Dede Ayivi, Helge Schmidt, Quast&Knoblich oder Swoosh Lieu. Jones ist Mitglied und Mitbegründer*in der Gruppe LUKAS UND, die am FFT Düsseldorf eigene Bühnenstücke produziert. Seit 2017 lebt und arbeitet Seitz hauptsächlich in Berlin.

Theresa Reiwer studierte Film-/Theaterwissenschaft und Bühnen-/Kostümbild in Berlin und Istanbul. Als Szenografin und Kostümbildnerin arbeitet sie in der Freien Szene und für Spielfilmproduktionen. In ihren eigenen Arbeiten entwickelt Reiwer VR-Filme oder experimentiert mit Augmented Reality. SLOW ROOMS, ihre narrative Rauminstallation mit AR-Komponente, erhielt 2019 den Mart Stam Preis und verhalf ihr außerdem zum Elsa-Neumann-Stipendium 2020/21.

Selma Böhmelmann studierte Kulturwissenschaften und Politikwissenschaft an der Leuphana Universität Lüneburg. Sie absolvierte Assistenzen in diversen Bereichen, u. a. an der Schaubühne Berlin, beim Festival Augenblick mal! oder an der Volksbühne Berlin. Im April 2020 begann sie ihr Masterstudium der Theaterwissenschaft an der FU Berlin. Seit 2020 unterstützt sie Simone Dede Ayivi als Produktionsassistentin und dramaturgische Mitarbeiterin.