2. – 13. Juni 2021 in Köln, Düsseldorf, Mülheim an der Ruhr + Online
DE / EN
Newsletter
Kontakt

Takdir. Die Anerkennung

Zehn Menschen hat der NSU ermordet. Ihre Namen können die meisten Deutschen noch nicht einmal korrekt aussprechen. Deshalb lädt Ülkü Süngün Passant*innen zu einem Sprachkurs ein. Ein temporäres Denkmal für Theodoros Boulgarides, Michèle Kiesewetter, Habil Kılıç, Mehmet Kubaşık, Abdurrahim Özüdoğru, Enver Şimşek, Süleyman Taşköprü, Mehmet Turgut, İsmail Yaşar und Halit Yozgat.

05.06.21 14:00–14:45

+ Gespräch

Ebertplatz
Sprache: Deutsch

© Christian Schuller
© Christian Schuller
© Christian Schuller

Die Performance beginnt mit einem Lauttraining: Jeweils eine Person sitzt der Künstlerin gegenüber und übt mit ihr die türkische Aussprache der Buchstaben „r“, „z“, „ı“ und „ç“. Daraufhin lernen die Teilnehmendein, die Namen der zehn Opfer richtig auszusprechen, um sie dann gemeinsam mit Ülkü Süngün laut vorzutragen. Der Sprachkurs wird per Lautsprecher übertragen und so verstärkt, dass er rundherum hörbar ist. Mit jeder*m weiteren Teilnehmenden wird der „Chor der Sprechenden und Erinnernden“ lauter.

Takdir heißt übersetzt Anerkennung, Wertschätzung. Im Akt des repetitiven Aussprechens der Namen klingen Erinnerung und Anerkennung nach, es entsteht ein temporäres Denkmal an die NSU-Mordopfer. Ülkü Süngün hinterfragt in ihrer Performance Praktiken der Erinnerungskultur im öffentlichen Raum: Wer wird anerkannt, wer wird mit Denkmälern geehrt und wer nicht? Wie kann Erinnerung öffentlich stattfinden, ohne mit einem Monument bedacht zu werden? In welcher Form kann Erinnerung in Sprache gefasst werden? Und was bedeutet der jeweilige Moment des Erinnerns für jede*n Einzelne*n von uns?

Produktion

Eine Eigenproduktion von Ülkü Süngün.