9.–19. Juni 2022 in Mülheim an der Ruhr, Düsseldorf, Köln + Essen
DE / EN
Programm-PDF
Newsletter
Kontakt

Daniel Dominguez Teruel
Lovesong

Die deutsche Nationalhymne erklingt, die schwarz-rot-goldene Flagge weht durch die Luft. Welche Emotionen werden damit ausgelöst? Was tun mit diesen Zeichen und ihrer historischen Aufladung? LOVESONG wagt Pathos, doch es verändert die Hymne, verwebt sie mit anderen Stoffen, bis dumpfe Ergriffenheit keine Chance mehr hat.

09.06.22 19:00 Ticket Tagesprogramm

im Rahmen der Eröffnung

Ringlokschuppen Ruhr
Ohne gesprochene Sprache.

19:30 mit Audiodeskription in deutscher Sprache mit Möglichkeit zur Tastführung um 18:15. Anmeldung bis 29.05. im Online-Vorverkauf oder unter barrierefreiheit[a]impulsefestival.de

© Johannes Treß
© Johannes Treß
© Johannes Treß
Daniel Dominguez Teruel nimmt die Hymne gemeinsam mit seinen Musiker*innen auseinander und setzt sie neu zusammen, lässt einzelne Elemente allein in Raum und Klang stehen, verschiebt die Harmonien, bis das Deutschlandlied klingt, als sei es von ganz woanders her. Er überlagert und verwebt die Hymne mit zeitgenössischer Pop-Musik, Barockposaunen und elektronischen Gesängen.

Und dann schneidet die schwarz-rot-goldene Flagge mit lautem Knall durch die Luft. Die deutschen Meister*innen im Fahnenschwingen zeigen eine komplexe Choreografie. Die Fahnen kreisen und fliegen. Schwarz-rot-gold in stummer Eleganz. Darf man das schön finden? Darf man die Hymne schön finden? Wer darf und will sie singen? Und wem gehört dieses „Vaterland“?

Credits

Konzept, Musik, Szenografie: Daniel Dominguez Teruel
Stimme: Mona Steinwidder, Nouri
Zink: Lilli Pätzold
Barockposaune: Alexandra Mikheeva, Dalton Harris, Sabine Gassner
E-Gitarre: Homero Alonso Langbein
Fahnen: Hans Konrad, Felix Schlaich, Lisa Schlaich, Gerhard Schlaich, Betreuung: Ines Schlaich
Taube: Mia Hadžikadunić, Daniel Dominguez Teruel
Künstlerische Mitarbeit, Styling: Golo Pauleit
Dramaturgische Beratung: Adnan Softić
Probenleitung Chor: Eva Spaeth
Technische Leitung, Lichttechnik: Florian Vitez
Tontechnik: Benjamin Kurz

Produktion

Eine Produktion von Daniel Dominguez Teruel in Koproduktion mit dem Festival Hauptsache Frei, Hamburg. Gefördert durch die Behörde für Kultur und Medien Hamburg, den Fonds für Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, die Rudolf Augstein Stiftung und die Wiederaufnahme- und Gastspielförderung des Dachverbands freie darstellende Künste Hamburg, im Auftrag der Freien und Hansestadt Hamburg, Behörde für Kultur und Medien. Mit freundlicher Unterstützung durch HALLO: Verein zur Förderung raumöffnender Kultur e.V.

Biografien

Die Fahnenschwinger Konstanz e.V., 1990 als Teil des Fanfarenzugs Niederburg gegründet, zählen zu den renommiertesten Fahnenschwingern im europäischen Raum. Sie absolvieren Auftritte bei Staatsempfängen, Eröffnungen von Europa- und Weltmeisterschaften, mittelalterlichen Turnieren und erhielten zahlreiche Auszeichnungen bei internationalen Festivals und Wettkämpfen. Als vielfache deutsche Meister*innen und Weltmeister*innen halten sie mehrfache Weltrekorde.

Sabine Gassner, geboren 1991 in Prien am Chiemsee, studierte zunächst Theater-, Film- und Medienwissenschaft in Wien. 2012 begann sie ein Bachelor-Studium im Fach Posaune an der Hochschule für Musik Würzburg. 2014 wechselte sie zu Prof. Henning Wiegräbe an die Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Stuttgart, wo sie von 2017 bis 2019 das Master-Studium absolvierte. Im Anschluss folgte ein Ergänzungsstudium an der Schola Cantorum Basiliensis bei Catherine Motuz. Sabine Gassner ist im In- und Ausland tätig.

Mia Hadžikadunić ist Künstlerin und Performerin aus Rijeka mit einer starken Verbindung nach Hamburg. In ihrer Heimatstadt arbeitet sie als Moderatorin beim Gemeinschaftsradio Radio Roža und als DJ und Programmgestalterin im Club Manual. 2014 begann sie ihre Theaterkarriere als Mitglied des nonverbalen Theaters Dr. Inat aus Pula, seitdem entwickelt sie sich durch verschiedene Performances und Tanzformen weiter, u. a. bei Projekten am K3 – Zentrum für Choreographie auf Kampnagel. Sie legt Wert darauf, dass die Plattformen und Programme, an denen sie auf performative Weise teilnimmt, Räume schaffen und pflegen, die wichtige politische Realitäten verhandeln.

Dalton Harris
hat ein Studium in Tenor- und Bassposaune in North Carolina und New Mexico abgeschlossen. In New Mexico arbeitete er mit dem Sandia Brass Quintet. Er hat in ganz Amerika (Nord und Süd) in mehreren Orchestern, Jazzbands und Ensembles für Neue Musik sowie als Solist gespielt. Während seines Bachelor-Studiums lernte er die Barockposaune kennen. 2018 zog er nach Bremen, um bei Wim Becu an der Hochschule für Künste zu studieren, wo er sich auf Tenor- und Bass-Barockposaune spezialisierte. In Europa und Amerika hat er sowohl als Solist als auch mit den renommiertesten Ensembles für Alte Musik gespielt. 2022 freut sich Dalton Harris auf einen vollen Konzertkalender in ganz Europa, Nord- und Südamerika mit Alter Musik und dem New Mexico Contemporary Ensemble.

Alexandra Mikheeva
studierte Trompete am Moskauer P. I. Tschaikowski-Konservatorium und entwickelte dort ein großes Interesse für Alte Musik, historische Instrumente und historische Aufführungspraxen. 2012 kam sie nach Bremen, um Barocktrompete bei Susan Williams an der Hochschule für Künste zu studieren. Dort nahm sie außerdem regelmäßig Unterricht in Barockposaune. Seitdem tritt Alexandra Mikheeva regelmäßig als Mitglied verschiedener renommierter Barockorchester und Alte-Musik-Ensembles wie Weser-Renaissance Bremen, Elbipolis Barockorchester und La Festa Musicale auf. Seit 2015 leitet sie das Barocktrompeten-Ensemble Sua dolce maestà, das regelmäßig bei internationalen Festivals wie Oude Muziek Utrecht, MA Festival Brügge oder Rigas Svetki zu Gast ist. Mit ihrer Kollegin Laura Dümpelmann gründete sie 2020 Das Ensemble auf lauten Renaissance Instrumenten – Hans Pfeyfferey, das im Raum Bremen und Magdeburg aktiv ist. 2021 hat sie darüber hinaus die Reihe historischer Turmmusik von Lilli Pätzold in Bremen mitgestaltet.

Nouri
kommt aus einer musikalischen Familie – Musik begleitet ihn bereits sein ganzes Leben. Seine Gesangsausbildung hat er in Damaskus erhalten. Seit 2016 lebt und arbeitet Nouri in Hamburg und gibt mit verschiedenen Ensembles regelmäßig Konzerte. Nach einer Kochausbildung arbeitet er seit 2022 hauptberuflich in einem Sterne-Restaurant.

Lilli Pätzold
studierte zunächst Blockflöte im künstlerischen Studiengang bei Peter Holtslag an der HfMT Hamburg. Sie war Stipendiatin bei Yehudi Menuhin Live Music Now und wurde mit dem Masefield-Konzertstipendium der Alfred Toepfer Stiftung und dem Berenberg Bank-Stipendium ausgezeichnet. Eine langjährige Zusammenarbeit mit Komponist*innen aus dem Hamburger Raum und darüber hinaus führten zu einer umfangreichen Sammlung neuer solistischer und kammermusikalischer Werke für Blockflöte und in jüngerer Zeit auch für Zink. 2018 entschloss sie sich, für das Zink-Studium zu Gebhard David nach Bremen zu gehen. Seitdem spielt sie im Europäischen Hanse-Ensemble unter der Leitung von Manfred Cordes sowie mit Elbipolis, dem Monteverdi Chor und der Akademie für Alte Musik Berlin. Ihr besonderes Interesse gilt gegenwärtig der Berufsgruppe der Stadtpfeifer im 17. Jahrhundert und früher. Im Spätsommer 2021 führte sie mit Kolleg*innen auf der Unser Lieben Frauen Kirche in Bremen eine entsprechende Turmmusik-Reihe durch.

Golo Pauleit studierte an der Weißensee Kunsthochschule Berlin (BA) und an der Hochschule für Gestaltung und Kunst in Basel (MA) Fashion Design. Seine Bachelor-Arbeit wurde 2018 mit dem Mart-Stam-Preis ausgezeichnet. Nach Abschluss des Master-Studiums in der Schweiz kehrte er zurück nach Berlin, wo er als Designer tätig ist.

Mona Steinwidder
lebt und arbeitet in Hamburg als Musikerin und freischaffende Künstlerin. Sie absolvierte den Diplom-Studiengang Visuelle Kommunikation an der HfbK Hamburg mit Auszeichnung. Als Musikerin wirkt sie seit 2004 projektbezogen bei Musiktheater-Inszenierungen, Multimedia-Arbeiten und Tanzperformances mit und ist Mitbegründerin mehrerer Labels, u. a. I saw Music und STSTST. Neben ihrem Soloprojekt Mohna ist sie Teil der experimentellen Pop-Band Me Succeeds und kollaboriert seit vielen Jahren mit dem Elektro-Produzenten Christian Löffler. Seit 2017 entwickelt sie unter dem Titel „Museum of No Art“ ein multidisziplinäres, experimentelles Solo-Projekt. Mit „A Post-Female Voice“ widmet sie sich aktuell einem künstlerischen Recherche-Projekt. Sie spielte zahlreiche Konzerte und Tourneen – u. a. in den USA, Frankreich, Italien, Israel, Georgien, Polen, Tschechien, Belgien, Dänemark, der Schweiz sowie im großen Saal der Elbphilharmonie, an der Volksbühne Berlin, in der Columbiahalle Berlin und auf Kampnagel in Hamburg.

Daniel Dominguez Teruel arbeitet mit Musik, Performance und Installation. Er studierte Musikwissenschaft und Musikinformatik in Freiburg, Karlsruhe und Barcelona sowie Multimediale Komposition in Hamburg. Seit 2018 entwickelt er Musiktheater-Settings und Formate, die die deutsche Nationalhymne als akustisches Denkmal dekonstruieren. Aufführungen und Installationen u. a. ZKM, Karlsruhe, EMW, Shanghai, Destellos Foundation, Buenos Aires, HAU Hebbel am Ufer, Berlin, PHONOS, Barcelona, EMAF, Osnabrück, Kampnagel, Hamburg, Elbphilharmonie, Hamburg.

Florian Vitez
verfügt mit zwölf Jahren Berufserfahrung und mehr als tausend durchgeführten Veranstaltungen über vielfältige Erfahrungen in den Bereichen Produktionsleitung und Projektmanagement. Die Bandbreite reicht hierbei von internationalen Gastproduktionen in Deutschland über diverse Projekte im Ausland, u. a. in Frankreich, England und der Schweiz. Sowohl Tourneeproduktionen, Neuproduktionen, Konzerte, Kongresse als auch Messen zählen zu seinem Aufgabenspektrum und ermöglichten ihm, an diversen Herausforderungen zu wachsen und seinen Horizont stetig zu erweitern. Auch komplexe Finanzplanungen und Abrechnungen sind im Laufe der Jahre zu einer weiteren Kernkompetenz geworden.