Impulse Theater Festival

Düsseldorf, Köln und Mülheim an der Ruhr

13.— 23. Juni 2019

Julian Warner / Oliver Zahn: SEXISMUS, RASSIMUS UND NATIONALISMUS. EINE PROBE/EINE KUNDGEBUNG

SEXISMUS, RASSISMUS UND NATIONALISMUS. EINE PROBE
16.06. 14:00-16:00
20.06. 14:00-16:00
Nahe Parkcafé 3.0, Venloer Straße 65, Haltestelle „Köln West“

SEXISMUS, RASSISMUS UND NATIONALISMUS. EINE KUNDGEBUNG
23.06. 17:00-18:00
Bahnhofsvorplatz, Haltestelle „Köln Hauptbahnhof“

Sprache: Deutsch

Seit der „Silvesternacht“ 2015 gilt Köln als gefährlicher Ort. In der Diskussion um die Vorfälle haben sich rassistische Ängste vor nicht-weißen Männern entladen und die dringend notwendige Diskussion über sexualisierte Gewalt gegen Frauen im Keim erstickt. Dreieinhalb Jahre später inszenieren Julian Warner und Oliver Zahn eine politische Kundgebung auf dem Platz vor dem Kölner Hauptbahnhof sowie in einer Parkanlage zwei Proben für diese Kundgebung. Schauspieler*innen schlüpfen in die Rollen historischer Redner*innen, die sich in den letzten hundert Jahren in Köln zu Frauenrechten, sexualisierter Gewalt, Zuwanderung und Rassismus geäußert haben. Gemeinsam mit dem Publikum erkunden sie Erzählungen, Bilder und Diskurse, die in die Berichte und Kommentare zur „Silvesternacht“ eingeflossen sind, und suchen nach neuen Wegen durch das komplexe Spannungsverhältnis zwischen rechter Propaganda und erlebtem Trauma.

Darsteller*innen: Eszter Andok, Chiara Battaglia, Jana Baumann, Malik Cukoski, Sadrija Cukoski, Benjamin Denke, Richard Gellert, Victor Govoi, Hanna Grigat, Zsòfia Gyarmati-Jeschke, Tim Hebestreit, Anne Heydecke, Friederike Kötter, Danila Lipatov, Kilian Löderbusch, Julia Maxis, Hrista Obretenova, Jonathan Penschek, Esther Pramschiefer, Horst Reichelt, Barbara Schmalen, Marianna Schmidt, Claudio Tardio, Alina Valjent, Franziska Wachs, Amalia Zafeiri

Recherche: Jenny Bohn

© Robin Junicke
© Robin Junicke
© Robin Junicke

Julian Warner arbeitet als freier Kulturanthropologe an der Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft. Er ist Performer und Dramaturg diverser Performances mit Oliver Zahn sowie Ethnograf und Dramaturg von Anta Helena Reckes Schwarzkopie von „Mittelreich“. Julian Warner ist Koherausgeber des Sammelbandes „ALLIANZEN — Kritische Praxis an weißen Institutionen“ und arbeitet als Kurator am Künstler*innenhaus Mousonturm und in den Sophiensælen. Er hat Lehraufträge an den Universitäten Göttingen und Hildesheim sowie an der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Oliver Zahns Performance-Essays kreisen oftmals um die Pole Erinnerung, Nationalismus, Körper — immer auf Basis ausgiebiger Recherchen. Neben „Situation mit ausgestrecktem Arm“ und „Situation mit Doppelgänger“ (mit Julian Warner) entstanden „Zweiter Versuch über das Turnen“ (als Hauptaktion gemeinsam mit Julian Warner und sechs weiteren Kollaborateur*innen) sowie zuletzt das Solo „Teutona“, das ab 2019 international tourt.