Impulse Theater Festival

Düsseldorf, Köln und Mülheim an der Ruhr

13.— 23. Juni 2019

HAPPYOLOGY – TEARS OF JOY


Kann Theater glücklich machen? In HAPPYOLOGY können Sie es ausprobieren! Drei Darsteller*innen begeben sich gemeinsam mit dem Publikum auf eine Expedition in die Untiefen von Life-Coachings, Well-being-Kursen und positiver Psychologie.

20.06.19 21:00 – 22:15 Tickets Tagesprogramm
21.06.19 21:00 – 22:15 Tickets Tagesprogramm

tanzhaus nrw
Sprache: Englisch

Extra:
21.06. im Anschluss an die Vorstellung: Publikumsgespräch in englischer und deutscher Sprache mit der Künstlerin und Bianca Liebrand, psychologische Beraterin bei Sekten-Info Nordrhein-Westfalen e.V. Moderation: Katja Grawinkel-Claassen, Dramaturgin FFT Düsseldorf

© Dorothea Tuch
© Dorothea Tuch
© Dorothea Tuch

In der Leistungsgesellschaft ist es keine Privatsache, ob man der Welt optimistisch gegenübertritt oder nicht. Denn nur wer voller positiver Energie ist, kann Leistung bringen und die Solidargemeinschaft von der Aufgabe befreien, ein mögliches Scheitern abzufedern. Aus diesem sozialen Zwang ist ein riesiges Angebot an Workshops, Trainings und Coachings entstanden, die Körperarbeit und Autosuggestion als Schlüssel zum Glück verkaufen. Ein gelingendes Leben ist in der Logik dieser Techniken das direkte Resultat individueller Anstrengung und liegt niemals in der Verantwortung anderer, schon gar nicht in der des Systems.

Dragana Bulut und ihre beiden Performer*innen treten als Coaches und Trainer*innen auf die Bühne und erproben mit dem Publikum verschiedene Techniken zur Steigerung des körperlichen wie seelischen Wohlbefindens, zum Beispiel den power stand: Stellen Sie sich täglich mehrere Minuten hin wie Superman, und schon steigt Ihr Selbstbewusstsein! Eine Show über die Ideologie der Selbstoptimierung und die Instrumentalisierung des Glücks.

Credits

Konzept, künstlerische Leitung, Choreografie, Performance: Dragana Bulut
Von und mit: Andrew Hardwidge, Kareth Schaffer (für die Aufführungen beim Impulse Theater Festival ersetzt durch Dani Brown)
Dramaturgie: Ana Vujanović
Lichtdesign: Joseph Wegmann
Sounddesign: Neda Sanai
Künstlerische Mitarbeit: Helen Schröder
Presse und Produktion: björn & björn
Kontakt für Gastspielanfragen: björn & björn, hello[a]bjoernundbjoern.de; Dragana Bulut, bulutdragana[a]gmail.com

Produktion

Eine Produktion von Dragana Bulut. In Koproduktion mit HAU Hebbel am Ufer. Gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und Europa. Unterstützt durch PACT Zollverein Essen und Station Service for Contemporary Dance Belgrade.

Biografien

Dani Brown stammt aus Rochester im Staat New York (USA). Nach einigen, man könnte sagen „kulturellen Austauscherfahrungen“ schloss sie ihr Tanzstudium mit der Spezialisierung „Dance Maker“ am ArtEZ Institute of the Arts in Arnheim mit einem Bachelor ab. Mittlerweile ist sie in Berlin zu Hause und arbeitet international als Choreografin, Performerin, Forscherin und Dozentin. Ihre eigenen Arbeiten und ihre Projekte mit anderen Künstler*innen werden weltweit gezeigt. Sie mag ihre Arbeit.

Dragana Bulut studierte Solo/Dance/Authorship am Hochschulübergreifenden Zentrum Tanz Berlin der Universität der Künste Berlin. Seit 2005 entwickelt sie eigene choreografische Arbeiten, in denen sie durch die Aneignung gesellschaftlicher Choreografien verschiedene Konfigurationen von Ästhetik, Arbeit und Ökonomie hinterfragt. Für ihre spielerischen und gleichzeitig kritischen Arbeiten wurde sie mit dem Prix Jardin d’Europe 2010 European Prize for Young Choreographers ausgezeichnet. In der Generation 2013/15 war sie Stipendiatin der Akademie Schloss Solitude.

Andrew Hardwidge arbeitet v. a. mit Tanz und Choreografie. Seine Arbeiten verbinden verschiedene Geschichten, Prozesse und Verkörperungen in einer Praxis, die Performancemachen, Kollaborieren, Interpretieren, Gastgeben, Recherchieren, Videomachen, Performen und Schreiben umfasst. Als Performer arbeitet er zurzeit mit Dragana Bulut, Joe Moran, Stav Yeni, Adam Linder und Ligia Lewis, zuvor war er an Projekten von u. a. Tino Sehgal, Arcade Fire, Dan Graham, Choy Ka Fai und Jose Luis Vidalbeteiligt.

Neda Sanai ist DJ und Produzentin und bewegt sich im queeren Underground Europas. Sie mixt verschiedene Clubgenres wie Rap, R&B, Bass Music, Jersey Club und 2 Step zu einem Ozean von getwistetem Pop-Acapella — mit intensiven sexy Vibes. Als Nedalot ist sie Resident-DJ bei ByteFMs „female:pressure“ und war Gastgeberin verschiedener Sendungen beim Berlin Community Radio. Sie war Opener für Acts wie DIPLO, A.G. Cook und Zebra Katz und organisiert in Berlin queere Underground-Clubnächte, bei denen Musik, Kunst und Politik aufeinandertreffen. Sanai hat an CocoRosies Album „Grey Ocean“ mitgewirkt sowie an Massimiliano Pagliaras EP „Toxic Love“ und DJ tINIs Debüt „Tessa“.

Kareth Schaffer ist Choreografin und Performerin. Zu ihren Arbeiten zählen u. a. ein Diptychon über die tragische Heldin Kassandra („Cassandra Has Turned 1/2“, 2017/18), ein Stück über das Geräuschemachen als choreografisches Werkzeug („Unheard Of“, 2016) und ein konzeptueller Schlammwrestling-Wettbewerb mit 100.000 YouTube-Views. Das Jahrbuch Tanz nannte sie als „Neues Talent 2016“ und nominierte sie als „Tänzerin des Jahres 2018“. 2018 erhielt sie das Pina Bausch-Stipendium des Mekar Bhuana Center in Denpasar, Bali. Sie arbeitet mit und für Künstler*innen wie deufert&plischke, Tino Sehgal, Stefanie Wenner, Christian Falsnaes, Dragana Bulut und Roni Katz.

Joseph Wegmann studierte Regie und Design an der Tisch School of the Arts der New York University. Er arbeitete als Licht- und Mediendesigner für verschiedene Künstler*innen und entwickelte Arbeiten, die versuchten, narrative Theaterformen aufzubrechen und Geschichten stattdessen durch Visuals, das Sensorische und Rhythmus zu erzählen. Zurzeit arbeitet er als Designer für Ariel Efraim Ashbel and friends, Kareth Schaffer, Ligia Lewis und Dragana Bulut sowie als Produktionsleiter bei björn & björn. Am English Theatre Berlin zeigte er verschiedene Showings und bei Dirty Debüt in den Sophiensælen das Work-in-Progress „dissociate“.