Impulse Theater Festival

Köln, Mühlheim an der Ruhr, Düsseldorf

Save the date: 14.–24. Juni 2020

EF_FEMININITY


Was ist Weiblichkeit? Wem gehört sie? Und warum gilt Verweiblichung als etwas Negatives? Vier Darsteller*innen berichten von ihrem Kampf, Weiblichkeit auf ihre individuelle Weise leben zu können. Aus Erlebtem, Ersehntem und gesellschaftlichen Realitäten zwischen Indien und Westeuropa zeichnen sie in Sprache und Tanz intime Selbstporträts.

15.06.19 21:00 – 22:00 Tickets

AUSVERKAUFT

Tagesprogramm
16.06.19 18:00 – 19:00 Tickets

Zusatzvorstellung

Tagesprogramm
18.06.19 19:00 – 20:00 Tickets

AUSVERKAUFT

Tagesprogramm
20.06.19 21:00 – 22:00 Tickets

Zusatzvorstellung (AUSVERKAUFT)

Tagesprogramm
21.06.19 19:00 – 20:00 Tickets Tagesprogramm

FFT Juta
Sprache: Englisch, Deutsch, Schweizerdeutsch, Tamil, Kannada mit deutschen und englischen Übertiteln

Special on 18.06. after the performance:
Audience discussion in English with the artists and Alexis C Johnson, trans* femme non-binary artist, scientist and advocate for diversity and inclusion. Chaired by Haiko Pfost, Artistic Director, Impulse Theater Festival

© Lukas Acton
© Lukas Acton
© Lukas Acton

Marcel Schwald und Chris Leuenberger wollten in ihrer Kindheit Mädchen sein. In der Schweiz der 1980er Jahre hatten sie mit dieser Sehnsucht keinen leichten Stand. Diya Naidu, Living Smile Vidya und Shilok Mukkati stammen aus Indien, wo trotz einer langen Tradition von Geschlechtern jenseits der scharfen Zweiteilung von männlich und weiblich Diskriminierung und Übergriffe gegen Frauen und Transsexuelle ebenfalls an der Tagesordnung sind.

EF_FEMININITY feiert den Widerstand gegen die Norm. In vier Soli nimmt dieser jeweils eine eigene Form an: Selbstbewusst teilen die Darsteller*innen persönliche Erinnerungen, die ihre Beziehung zum eigenen Körper bis heute prägen. Gegen alle Hindernisse haben sich die vier den Stolz auf ihre persönliche Weiblichkeit erkämpft. Living Smile Vidya hat als Aktivistin für die Rechte von Transgender-Personen mittlerweile in der Schweiz Asyl beantragt. Daher war zum Zeitpunkt der Drucklegung nicht bekannt, ob EF_FEMININITY in Originalbesetzung gezeigt werden kann. Das Impulse Theater Festival unterstützt ausdrücklich das Anliegen der Gruppe, mit Living Smile Vidya nach Deutschland reisen zu können.

Credits

Künstlerische Leitung: Chris Leuenberger, Marcel Schwald
Performance: Diya Naidu, Living Smile Vidya, Shilok Mukkati, Chris Leuenberger
Assistenz: Anna Josepha Fritsch
Kostüm: Salome Egger
Sound: Thomas Jeker
Outside Eyes: Joshua Muyiwa, Kirtana Kumar, Anne Haug
Technische Leitung, Licht: Thomas Kohler
Fotografie: Lukas Acton
Produktionsleitung: Sabine Jud, Franziska Schmidt
Produktion Indien: Sandbox Collective Bangalore
Kontakt für Gastspielanfragen: Sabine Jud, sabine.jud[a]gmx.net

Produktion

Eine Produktion von Schwald / Leuenberger in Koproduktion mit der Dampfzentrale Bern und der Kaserne Basel und begleitet von Danse & Dramaturgie, ein Programm initiiert von Théâtre Sévelin 36, in Zusammenarbeit mit der Dampfzentrale Bern, Tanzhaus Zürich, TU — Théâtre de l’Usine, ROXY Birsfelden. Mit freundlicher Unterstützung von 1 Shanthi Road Studio Gallery Bangalore, Fachausschuss Tanz und Theater BS/BL, Kanton Bern, Stadt Bern, Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia, Shoonya Centre for Art and Somatic Practices Bangalore, Migros-Kulturprozent, SSA Société Suisse des Auteurs, SüdKulturFonds, Burgergemeinde Bern, Gesellschaft zu Ober-Gerwern. Dank an Adishakthi Theatre Arts Residencies, Infinite Souls Residencies Bangalore

Biografien

Chris Leuenberger ist Choreograf und Tänzer. Er studierte Schauspiel am Pacific Conservatory of Performing Arts in Kalifornien und Choreografie an der School for New Dance Development in Amsterdam. Seit 2006 arbeitet er in unterschiedlichen Formationen (u. a. im Kollektiv White Horse, mit Jenny Beyer, Marcel Schwald und Matthew Rogers) in Holland, Deutschland und der Schweiz. Seine Arbeiten wurden in Europa, Südamerika, Afrika und Asien gezeigt. „Trip en masse“ von White Horse wurde 2010 mit dem holländischen Gouden Zwaan als beste Choreografie des Jahres ausgezeichnet.

Shilok Mukkati studierte Kommunikationswissenschaften an der Jain University Bangalore und wurde als Slampoetin und Lyrikerin bekannt. Seit 2015 arbeitet sie als freie Journalistin, u. a. als Moderatorin und Autorin für Radiosendungen über sexuelle Minderheiten und queere Communitys. Für die Episode „Lesbians in the Shadow“ erhielt sie 2016 den National Award des Ministry of Information and Broadcasting der indischen Regierung. Sie war die erste Autorin, die in der lokalen Sprache Kannada queere Gedichte schrieb und über das Radio verbreitete; seit 2014 engagiert sie sich als Menschenrechtsaktivistin mit Fokus auf LGBTQIA-Rechte. Seit ihrer Kindheit praktiziert sie Bharatanatyam-Tanz.

Diya Naidu studierte Tanz am Attakalari Centre for Movement Arts in Bangalore und war danach acht Jahre als Mitglied der Attakalari Repertory Company international unterwegs. Seit 2011 entwickelt sie eigene choreografische Arbeiten und unterrichtet in Bangalore, Neu-Delhi und Kalkutta. Ihre erste Soloarbeit „Nadir“ wurde mit dem Robert Bosch Young Choreographer’s Award ausgezeichnet. 2016 gewann sie mit „Hands and Face Project“, einer partizipativen 1:1-Performance im öffentlichen Raum, den Jury Award for Contemporary Dance der Prakriti Foundation India. In die Schweiz kam sie erstmals 2015 für eine Residenz in Zürich. Naidu interessiert sich für Gender und Alter und entwickelt derzeit Formate, um mit Lai*innen zu diesen Themen arbeiten zu können.

Marcel Schwald hat sich mit Arbeiten etabliert, die sehr direkt auf das Publikum zugehen. Seine Stücke bauen oft maßgeblich auf Improvisationen auf und reflektieren soziale Hierarchien und Möglichkeiten von Selbstermächtigung. Schwalds Arbeiten werden an Freien Häusern und Stadttheatern in der Schweiz und im Ausland gezeigt. Für seine Regiearbeit „The Making of Americans von Gertrude Stein“ wurde er 2017 in der Kritikerumfrage der Zeitschrift Theater heute als Nachwuchsregisseur des Jahres nominiert.

Living Smile Vidya ist Schauspielerin, (Klinik-)Clown und Autorin. Als Aktivistin setzt sie sich seit Jahren künstlerisch und politisch für die Rechte von Transgenderpersonen ein. Mit dem erfolgreichen Kampf für die Änderung ihres im Ausweis festgeschriebenen Namens und Geschlechts hat sie in ihrem Heimatstaat Tamil Nadu einen juristischen Meilenstein erreicht. 2013 erhielt sie den Mahendra Excellence Theater Award in Neu-Delhi, gefolgt von einem Studium an der International School of Performing Arts, London, das sie 2014 abschloss. Im selben Jahr gründete sie in Chennai das Transgender-Theaterkollektiv Panmai Theatre. Living Smile Vidyas Autobiografie wurde 2008 unter dem Titel „I am Saravanan Vidya“ verfilmt.