Impulse Theater Festival

Mülheim an der Ruhr, Düsseldorf und Köln

13.— 24. Juni 2018

Dorf Theater

Grüezi mitenand! Diese Impulse-Eröffnung schafft unerwartete Begegnungen. Laientheater trifft auf Theateravantgarde, Schweizer Mundartspiel auf Grußworte aus der Kulturpolitik. Und am Bühnenrand lockt das Büffet.

13.06.18 19:00 – 21:00 Tagesprogramm

Eintritt frei
Verbindliche Anmeldung zur Eröffnung unter eroeffnung@impulsefestival.de an. Die Plätze sind begrenzt.

Ringlokschuppen Ruhr, Bühne 1
Sprache: Schwyzerdütsch, Deutsch, Englisch mit deutschen und englischen Übertiteln

© Frieda Schneider
© Frieda Schneider
© Frieda Schneider
© Frieda Schneider
© Frieda Schneider
© Frieda Schneider

Das Laientheater in der Schweiz lebt. Über 120 Vereine allein in der Zentralschweiz sind ein deutlicher Beweis dafür. Als „lebendige Tradition“ zählt es seit 2008 zum immateriellen Weltkulturerbe, offiziell durch ein UNESCO-Abkommen geschützt. Doch was wird da eigentlich bewahrt? Zwei Jahre lang hat Corsin Gaudenz die merkwürdig fremd-vertraute Welt des Schweizer Dorftheaters erforscht. In Turnhallen, Scheunen und Schützenhallen hat er Theaterabende erlebt, bei denen die Geselligkeit im Drumherum manchmal wichtiger ist als das Bühnengeschehen.   
Gaudenz’ Inszenierung ist ein temporäres Museum dieser lebendigen Tradition: Professionelle Schauspieler*innen bringen Vielfalt und Eigenheiten des Dorftheaters auf die Bühne, zeigen dessen Figuren und Themen, verleihen dessen Akteur*innen, ihren Biografien und Beweggründen eine Stimme. Gleichzeitig bleibt viel Raum für Begegnungen – am Büffet bei Kägifret und einem Gläsli Schnaps.  
Die für die Impulse adaptierte Fassung spielt mit den Konventionen eines Eröffnungsabends: Grußworte und Reden werden ebenso Teil der Inszenierung wie das anschließende Get-together. „Dorf Theater“ zeigt, wie sehr das Warum, Wofür und Wie des Theaters davon bestimmt wird, in welchem sozialen und geografischen Kontext es stattfindet. Dabei erscheint die heimische Dorfwelt mitunter wesentlich fremder als Kunst aus fernen Ländern, die einem wohlvertrauten kulturellen Kontext entstammt. Gespielt wird überwiegend auf Schwyzerdütsch mit deutschen und englischen Übertiteln.

Credits

Ein Projekt von Corsin Gaudenz
Spiel: Evelyne Gugolz, Dominique Jann, Kotomi Nishiwaki, Andri Schenardi, Giulin Stäubli
Musik, Klavier: Vera Kappeler
Chorleitung, Maler, Countertenor: Philipp Caspari
Chor: Bettina Biasio, Alice Meier, Eleonore Strehler, Jane Rippin Wagner, Linda Feichtinger, Ewa Raznikiewicz, Sophie Wolf, Ernst Aebi, Thomas Rüdisühli, Gabor Doka
Bühne: Frieda Schneider
Kostüme: Božena Čivić
Öffentlichkeitsarbeit, Vermittlung: Carmen Beyer
Künstlerische Beratung: Martin Schick
Hospitanz: Yan Balistoy
Kontakt für Gastspielanfragen: Corsin Gaudenz, corsingaudenz[a]gmx.ch

Produktion

Ein Projekt in Koproduktion mit Gessnerallee Zürich, Festival Belluard Bollwerk International Fribourg und Heitere Fahne Bern in Zusammenarbeit mit der Theatergesellschaft Rothenburg, dem Theaterverein Menzingen, der Theatervereinigung Muotathal, der Theatergruppe Isenthal und dem Theaterverein Stansstad. Mit Unterstützung von Stadt Zürich Kultur, Fachstelle Kultur Kanton Zürich, Pro Helvetia, Ernst Göhner Stiftung, Avina Stiftung, Georges und Jenny Block Stiftung und in Partnerschaft mit Fondation Nestlé pour l’Art.

Biografien

Corsin Gaudenz studierte Schauspiel und Kunstgeschichte sowie im Masterprogramm Solo/Dance/Authorship am HZT Berlin. Er arbeitet als Regisseur, Choreograf und Dramaturg in den Bereichen Performance, Tanz und Musiktheater – mit einer Vorliebe für Prozesse des Unabgeschlossenen und eigenwillige narrative Strukturen. Zuletzt realisierte er die Oper „Tell“ (2015), „Dingdonggrüezi“, eine HausBauSchau  (2014), die Ausstellung „abstract animals“ (2014) und das Zirkusstück „Time Is On My Side“ (2013). 2013 schrieb er das Libretto für das Opernprojekt „l’homme qui rit“ der Gruppe Freie Oper Zürich.   

Frieda Schneider studierte erst Architektur, später Bühnen- und Kostümbild. Sie arbeitete als Assistentin für Anna Viebrock und Christoph Marthaler und als Bühnen- und Kostümbildnerin u. a. für Chris Kondek, Erik Altorfer, Katja Gaub und Michel Schröder. Frieda Schneider unterrichtet Modellbau und technisches Zeichnen an der Akademie der bildenden Künste Wien. „Dorf Theater“ ist ihre vierte Zusammenarbeit mit Corsin Gaudenz.  

Božena Čivić ist freie Kostümbildnerin und Ausstatterin für Theater- und Filmproduktionen. Sie arbeitet regelmäßig u. a. mit TRIAD Produktionen, Ives Thuwis, Markus Wolff, Sabine Harbeke, Stefan Bachmann und Eveline Ratering zusammen. Ihre Diplomarbeit „identity©“ wurde mit dem „Eidgenössischen Preis für Gestaltung“ ausgezeichnet und erhielt verschiedene internationale Würdigungen.  

Andri Schenardi absolvierte seine Schauspielausbildung an der Zürcher Hochschule der Künste. Sein erstes Festengagement führte ihn 2007 an das Konzert Theater Bern, wo er diverse Hauptrollen der klassischen und modernen Theaterliteratur spielte. Er ist als freier Schauspieler für Theater und Film tätig und seit der Spielzeit 2015/2016 als Gast am Schauspielhaus Graz engagiert. Daneben nimmt er Hörspiele auf.  

Evelyne Gugolz arbeitete nach dem Studium an der Hochschule für Musik und Theater in Zürich als freie Schauspielerin für Theater und Film, u. a. mit Christoph Frick am Stadttheater Bern, mit Wolfgang Küppel  für das Schlachthaustheater in Bern, mit Karin Arnold in Zürich und mit Bettina Glaus im Südpol Luzern. Sie ist in fast allen Stücken von Corsin Gaudenz zu sehen.  

Dominique Jann studierte Schauspiel an der Hochschule für Musik und Theater Zürich. Er hatte u. a. ein Gastengagement am Schauspielhaus Zürich und war Teil der Künstlerischen Leitung der Gruppe vorOrt . 2009 gewann Dominique Jann den Schweizer Filmpreis als bester Darsteller für den Film „Luftbusiness“.  

Kotomi Nishiwaki studierte Tanz in Zürich und bei P.A.R.T.S. in Brüssel, des Weiteren nahm sie Butoh-Unterricht. Sie war als Tänzerin in Arbeiten von Pé Vermeersch, Gisela Rocha, João Fiadeiro und Corsin Gaudenz zu sehen. Ab 2005 arbeitete sie in verschiedenen Produktionen mit Meg Stuart/Damaged Goods zusammen.  

Giulin Stäubli ist freischaffender Performer und Musiker. Er hatte Auftritte und Engagements mit deRothfils und mit der Gruppe vorOrt , war 2009 in Robert Wilsons Inszenierung „Sonette “ am Berliner Ensemble zu sehen und trat in zwei Projekten von und mit Jürg Halter in Luzern und am Theater Neumarkt in Zürich als Schlagzeuger und Performer auf.   

Vera Kappeler studierte Klavier am Konservatorium Winterthur und nahm Unterricht an der Jazzschule Basel. Engagements als Theatermusikerin führten sie u. a. an die Freie Oper Zürich und an das Theater Neumarkt. Sie konzertiert mit Soloprogrammen und verschiedenen Projekten im In- und Ausland.