29.5.–9.6.2024 Köln, Düsseldorf und Mülheim an der Ruhr
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Akademie #2: WENIGER PRODUZIEREN, BESSER ARBEITEN!

Die Freien Darstellenden Künste jenseits des Wachstums
15.–18.6.2023, Ringlokschuppen Ruhr

Unendliches Wachstum ist auf einem Planeten mit begrenzten Ressourcen nicht möglich. Der Wandel zu einer Postwachstumsgesellschaft ist unausweichlich. Und doch sind auch die Freien Darstellenden Künste vom Dogma des Wachstums bestimmt: Gerade in den vergangenen drei Pandemiejahren wurde so viel recherchiert, konferiert und produziert wie nie zuvor. An den Arbeitsbedingungen und der sozialen Absicherung hat sich für die meisten Künstler*innen allerdings nichts geändert, sie bleiben prekär. Wie kommen wir raus aus diesem Hamsterrad? Die AKADEMIE bearbeitet diese Frage in Vorträgen und drei mehrtägigen Workshops.

Studierende sowie Akteur*innen aus künstlerischer Praxis, Produktion, Dramaturgie, Verwaltung, Gewerkschaften und Förderwesen begeben sich gemeinsam auf die Suche nach neuen Arbeits- und Produktionsbedingungen: Wie sieht eine andere Theaterarbeit aus, wenn weniger, aber dafür nachhaltiger produziert wird? Wenn Arbeitskraft, Ideen und Material nicht schnell verheizt, sondern langfristig genutzt werden? Wenn die Sorge umeinander sowie die Schaffung gemeinsamer Güter und Praktiken in den Mittelpunkt rücken?


Die AKADEMIE #2 ist eine Koproduktion mit Cheers for Fears und dem Programm „Verbindungen fördern“ des Bundesverbands Freie Darstellende Künste e.V. sowie dem NRW Landesbüro Freie Darstellende Künste e.V. Cheers for Fears wird gefördert durch das Ministerium für Kultur und
Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, „Verbindungen fördern“ durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Sprache: Deutsch und Englisch
Programmleitung: Sina-Marie Schneller und Jascha Sommer

Für das Workshop-Programm ist eine Anmeldung (hier) erforderlich.

Teilnahme an den anderen Programmpunkten: Kostenlos, ohne Anmeldung

© Ingo Solms
© Minkyou Yoo
© Björn Stork

AKADEMIE-Programm

Die AKADEMIE beginnt mit Berichten aus dem Forschungsprojekt „Systemcheck“, das die Arbeitsbedingungen und die soziale Absicherung in den Freien Darstellenden Künsten untersucht. In drei mehrtägigen Workshops (Anmeldung erforderlich) geht es anschließend darum, wie andere Theaterarbeit in Zukunft konkret aussehen kann. Abschließend laden Vertreter*innen von Verbänden, Gewerkschaften und Arbeitsgruppen zu Tischgesprächen über die Frage, wie die Zukunftsentwürfe aus den Workshops konkret in die politische Arbeit eingebracht werden können. Auch die AKADEMIE selbst will der Hyperproduktivität Einhalt gebieten. Daher ist Raum für kollektives Kochen, Abhängen in der Minibibliothek und unformatierte Gespräche vorgemerkt.


DONNERSTAG, 15.6.

Die Teilnahme am „Systemcheck” ist kostenlos und ohne Anmeldung möglich.
Für das Workshop-Programm ist eine Anmeldung erforderlich.

11:00–13:00 Systemcheck: zum Zustand der Arbeit in den Freien Darstellenden Künsten

Vorträge und Diskussion mit den Beteiligten des Forschungsprojekts Sören Fenner (ensemble-netzwerk), Janet Merkel (Institute for Cultural Governance), Elisabeth Roos (Bundesverband Freie Darstellende Künste), Hannah Speicher (Institut für interdisziplinäre Arbeitswissenschaft der Leibniz Universität Hannover)

Das Forschungsprojekt „Systemcheck“ des Bundesverbands Freie Darstellende Künste erforscht seit 2021 die Arbeitsbedingungen von Solo-Selbstständigen und Hybrid-Beschäftigten in den Darstellenden Künsten. Im Rahmen der AKADEMIE werden die wichtigsten Themen und Forschungsergebnisse des Projekts von Elisabeth Roos vorgestellt. Hannah Speicher wird von den Erkenntnissen der Interviewstudie „Im freien Fall. Beschäftigungsformen, soziale Sicherungen, Selbstverständnisse und Bewältigungsstrategien in den freien darstellenden Künsten“ berichten. Janet Merkel gibt Einblicke in die Entwicklung des Arbeitsbegriffs in der Kunst- und Kreativbranche. Dabei macht sie deutlich, wie Leidenschaft für einen Beruf und Arbeitsbedingungen zusammenhängen, und wirft Fragen zur Cultural Governance auf. Sören Fenner spricht über die Erfahrungen mit Solo-Selbstständigkeit und Hybrid-Beschäftigung aus Sicht der Künstler*innen. Nach einem Ausblick auf die weiteren Schritte von „Systemcheck“ wird Zeit für Austausch zum Gehörten sein.

13:00–17:00 Workshop-Programm

13:00–15:00
Mittag! The art of doing nothing (but that together)
- Tiger Kitchen – zusammen kochen, essen und über unsere Arbeit reden (mit Nadja Duesterberg)
- Bibliothek der anderen Arbeit
- Entspannen im Park

15:00–17:00
Kennenlernen in den Workshops

17:00
Shuttle zum Impulse-SHOWCASE nach Düsseldorf

Biografien

Nadja Duesterberg wurde 1983 in Frankfurt am Main geboren. Sie arbeitet seit 2007 als Köchin und ab 2009 als freie Performerin in NRW und Berlin. 2017 wurde sie mit dem „Kölner Darstellerpreis“ ausgezeichnet. 2020 hat sie im Rahmen der #TakeCareResidenz über patriarchale, misogyne und diskriminierende Strukturen in ihrem Arbeitsalltag als Schauspielerin in den Freien Darstellenden Künsten recherchiert. Im Jahre 2022 begann sie eine zweite Residenz am FFT Düsseldorf, „Expect a Tiger“, eine performative Recherche über das Speisen.

Sören Fenner gründete im Jahr 2000 den ersten Online-Theaterstellenmarkt und betreibt mit Theapolis das größte Portal für professionelle Theaterschaffende im deutschsprachigen Raum. Er war Gründungsmitglied des LAFT Berlin (2008) sowie der Vereine art but fair (2013) und ensemble-netzwerk (2016). Gemeinsam mit Andreas Lübbers realisierte er das Hamburger Produktionszentrum WIESE. Er war Mitglied der Steuerungsgruppe von Fairstage in Berlin und ist Teil des Teams ensemble-netzwerk im Forschungsprojekt „Systemcheck“.

Janet Merkel ist Stadtsoziologin und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Stadt- und Regionalplanung der TU Berlin. Ihre Forschungsinteressen sind soziale und räumliche Produktionsbedingungen von Kultur- und Kreativwirtschaft, Kulturpolitik sowie kulturelle Planung. Sie ist Mitbegründerin des Institute for Cultural Governance Berlin (iCG), das sich für mehr kollaborative Governance-Strukturen in der Kulturpolitik einsetzt.

Elisabeth Roos studierte Kulturwissenschaften an der Universität Maastricht und an der Leuphana Universität in Lüneburg mit dem Forschungsschwerpunkt kulturelle Stadtentwicklung. Seit Juni 2021 arbeitet sie beim Bundesverband Freie Darstellende Künste in den Projekten „Systemcheck“ und „Background“. Zuvor hat sie bei der Robert Bosch Stiftung in Stuttgart und beim european centre for creative economy in Dortmund gearbeitet, wo sie verschiedene Förderprogramme für das Land Nordrhein-Westfalen durchgeführt hat.

Sina-Marie Schneller studierte Theater- und Literaturwissenschaft in Bochum. Sie ist freie Programmgestalterin und Netzwerkerin. Als Koordinatorin der Initiative Cheers for Fears arbeitet sie für die Vernetzung von jungen Kunstschaffenden in NRW. 2021 gestaltete sie im Verbund mit Kolleg*innen die produktionsbande, ein bundesweites Vernetzungs- und Weiterbildungsprogramm für Kulturproduzent*innen, und kritik-gestalten, ein Forschungslabor zu neuen Formen der Theaterkritik. Sie ist Teil des Leitungsteams das FAVORITEN Theaterfestival 2022 und 2024 und (zusammen mit Jascha Sommer) Programmleiterin der diesjähren Impulse-AKADEMIE #2.

Jascha Sommer lebt in Köln. Er hat Literatur- und Theaterwissenschaft sowie Szenische Forschung an der Ruhr-Universität Bochum und der Université Paris X Nanterre La
Défense sowie Mediale Künste an der Kunsthochschule für Medien in Köln
studiert. Jascha Sommer arbeitet als Performancekünstler und Kurator. Als Künstlerischer Leiter der Mobilen Akademie Cheers for Fears initiiert er gemeinsam mit Sina-Marie Schneller genreübergreifende künstlerische Begegnungen im Rahmen von Festivals, Sommerakademien und Produktionen. Zusammen mit Sina-Marie Schneller zeichnet er verantwortlich für die Programmleitung der diesjährigen AKADEMIE #2. www.jaschasommer.com

Hannah Speicher ist Theaterwissenschaftlerin und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Interdisziplinäre Arbeitswissenschaft der Leibniz Universität Hannover. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen auf dem Gegenwartstheater und dem Zusammenhang zwischen Theaterästhetiken und den zugehörigen Produktions- und Arbeitsbedingungen. Ihre Dissertation „Das Deutsche Theater nach 1989. Eine Theatergeschichte zwischen Resilienz und Vulnerabilität“ ist 2021 beim transcript Verlag erschienen.


FREITAG, 16.6. – SAMSTAG, 17.6.

Für das Workshop-Programm ist eine Anmeldung erforderlich.

10:00–17:00 Workshop-Programm

10:00–13:00
Arbeit in den Workshops 1–3

Workshop 1
Commoning our work, commoning our institutions. Ein postkapitalistisches Training geteilten Arbeitens und Produzierens
Mit Emanuele Braga und Gabriella Riccio (Institute of Radical Imagination)
Sprache: Englisch

Kann künstlerische Praxis ein Vorbild für Wege aus der der Krise sein? Im Workshop „Commoning our work, commoning our institutions“ berichten Künstler*innen und Aktivist*innen des Institute of Radical Imagination aus ihrer Praxis: Sie versuchen, Räume für das Wachstum der Commons gegen Privatisierung, Gentrifizierung und Ausbeutung zu schaffen – von der Mikroebene des Individuums bis hin zur Rückeroberung oder Besetzung von städtischem Raum und der Beeinflussung von Planung und Politik. Gemeinsam mit den Teilnehmer*innen versuchen sie, die Idee eines Theaters der Commons zu entwickeln. Der Begriff der Commons stützt sich dabei auf die Erfahrung in selbstverwalteten Kunst- und Kulturräumen wie L'Asilo (Neapel) oder MACAO (Mailand), in denen die gemeinsame Arbeit für einen geteilten Raum in der Stadt, der allen gehört, im Mittelpunkt steht.

Workshop 2
We have no art: we do everything as well as we can. Ein Versuch in Maintenance Art
Mit Inga Bendukat und Eleonora Herder (andpartnersincrime)
Sprache: Deutsch

Was wäre, wenn nicht Produktion, sondern Reproduktion im Zentrum unseres Kunstverständnisses stünde? Wenn Sorgebeziehungen künstlerische Zusammenarbeit nicht hemmen, sondern bereichern würden? Wie funktionieren künstlerische Arbeitsprozesse, wenn sie nicht mehr in neoliberalen Produktionslogiken gedacht werden, sondern als Instandhaltung, als Wiederaufnahme und Wiederanknüpfen? Was kann die Kunst hier von Aktivist*innen der radikalen Sorgearbeit lernen? Und was wäre, wenn wir Kunst schließlich selbst als Sorgearbeit begriffen? Wäre das dann Maintenance Art? Gemeinsam mit den Teilnehmer*innen forschen andpartnersincrime an einer Form des Freien Theaters, das Kunst- und Sorgearbeit miteinander verbindet, und erproben diese „Maintenance Art“ im Mülheimer Stadtraum.

Workshop 3
Produzieren fürs Gemeinwohl. Bilanzierung unserer Arbeit mit der Gemeinwohl-Ökonomie

Mit Oliver Eller und Sandra Paul (Gemeinwohl-Ökonomie)
Impuls von Carlsson Kemena (Deutsches Theater Göttingen)
Sprache: Deutsch

Die Gemeinwohl-Ökonomie ist eine Bewegung, die unser Wirtschaften grundlegend am demokratisch definierten Gemeinwohl und am Konzept der Kooperation ausrichten möchte. Im Workshop stellen Oliver Eller und Sandra Paul die Bewegung vor, schauen sich mit den Teilnehmer*innen Beispiele der Gemeinwohlbilanzierung in den und außerhalb der Freien Darstellenden Künste an und fragen: Wie können wir Arbeit neu denken angesichts der planetaren Grenzen und der wachsenden sozialen Krisen? Wie können wir die Produktion im Freien Theater neu ausrichten und Werte wie Solidarität, Gerechtigkeit, ökologische Nachhaltigkeit und Transparenz in unser Handeln integrieren? Carlsson Kemena vom Deutschen Theater Göttingen, das als erstes Theater Deutschlands in kommunaler Trägerschaft eine Gemeinwohl-Zertifizierung durchlaufen hat, setzt sich zudem aus Theatersicht mit dem Pro und Contra der Zertifizierung auseinander und gibt einen Einblick in die Weiterentwicklung des Prozesses.

13:00–15:00
Mittag! The art of doing nothing (but that together)
Tiger Kitchen – zusammen kochen, essen und über unsere Arbeit reden (mit Nadja Duesterberg)
Bibliothek der anderen Arbeit
Entspannen im Park

17:00
Shuttle zum Impulse-SHOWCASE nach Düsseldorf

Biografien

andpartnersincrime (Inga Bendukat und Eleonora Herder) ist ein Zusammenschluss von Medienkünstler*innen, Theoretiker*innen und Aktivist*innen mit Hauptsitz in Frankfurt am Main und einer Reihe von Kompliz*innen in Berlin, Marseille und Barcelona. In ihrer Arbeit geht es ihnen darum, das Wissen von Bewegungen und urbanen Kämpfen zu dokumentieren, zu analysieren und bestenfalls durch die Performance zu multiplizieren. Auf Basis von intensiver Feldforschung und Interviews entstehen multimediale Bühnenstücke, Installationen und Interventionen im öffentlichen Raum. Viele Arbeiten verlassen bewusst den Bühnenraum und erkunden auf ortsspezifische Weise das Spannungsfeld, das performative Setzungen in kunstfernen Räumen erzeugen.

Emanuele Braga ist Theoretiker, Aktivist und Künstler und lebt in Mailand. Er ist Mitbegründer der Tanz- und Theaterkompanie Balletto Civile (2003), des zeitgenössischen Kunstprojekts „Rhaze“ (2011) sowie von Landscape Choreography (2012), einer Kunstplattform, die die Rolle des Körpers im Kapitalismus hinterfragt. Seine Forschung konzentriert sich auf Modelle der Kulturproduktion, Prozesse der sozialen Transformation, politische Ökonomie, Arbeitsrechte und die Institution der Allmende.

Gabriella Riccio ist Künstlerin, Choreografin, Aktivistin und Forscherin. Sie lebt in Neapel und Madrid und ist in der Bewegung für die Allmende und in der italienischen Bewegung der selbstverwalteten Kulturräume aktiv. Ihr Schwerpunkt liegt auf Formen kultureller, partizipativer Governance und präfigurativer Praktiken. Als Mitglied des „Asilo“ in Neapel war sie an der Ausarbeitung der Erklärung zur zivilgesellschaftlichen gemeinsamen Nutzung beteiligt.

Emanuele Braga und Gabriella Riccio sind Mitbegründerin des Institute of Radical Imagination, einer Gruppe von Künstler*innen, Aktivist*innen, Kurator*innen und Akademiker*innen, die ein Interesse an der Schaffung von Wissen und Kunstpraktiken zur Unterstützung postkapitalistischer Lebensformen haben und gemeinsam an den Plattformen und Manifesten „Art for UBI“ und „Art for Radical Ecologies“ arbeiten.

Nadja Duesterberg wurde 1983 in Frankfurt am Main geboren. Sie arbeitet seit 2007 als Köchin und ab 2009 als freie Performerin in NRW und Berlin. 2017 wurde sie mit dem „Kölner Darstellerpreis“ ausgezeichnet. 2020 hat sie im Rahmen der #TakeCareResidenz über patriarchale, misogyne und diskriminierende Strukturen in ihrem Arbeitsalltag als Schauspielerin in den Freien Darstellenden Künsten recherchiert. Im Jahre 2022 begann sie eine zweite Residenz am FFT Düsseldorf, „Expect a Tiger“, eine performative Recherche über das Speisen.

Oliver Eller ist Berater der Gemeinwohl-Ökonomie und wirkt als Bildungsreferent sowohl in der Erwachsenenbildung als auch in Schulen. Er war viele Jahre als Geschäftsführer in der Industrie tätig.

Carlsson Kemena ist seit 2020 Referent der Geschäftsleitung am Deutschen Theater Göttingen. In dieser Funktion begleitet er verschiedene Projekte, darunter die Generalsanierung und das Thema Nachhaltigkeit.

Sandra Paul ist Beraterin der Gemeinwohl-Ökonomie und unterstützt Unternehmen auf dem Weg in die Transformation zu einer sozial-ökologischen Marktwirtschaft. Sie visualisiert wertebasierte Zukunftsbilder unter dem Label www.visual-plot.de.


SONNTAG, 18.6.

Die Teilnahme am Vormittags-Programm ist kostenlos und ohne Anmeldung möglich.
Für das Workshop-Programm ist eine Anmeldung erforderlich.

11:00–13:00 Gemeinsam kämpfen für bessere Arbeit in den Freien Darstellenden Künsten

Tischgespräche mit Esther Bajo und Ulrike Kuner (IG Freie Theaterarbeit/European Association of Independent Performing Arts), Mareike Holtz und Mona Rieken (Performing for Future), Sharon Jamila Hutchinson und Marque-Lin Pham (United Networks), Susan Schubert und Romy Schwarzer (Arbeitsgruppe Elternschaft und Kunstbetrieb/Tanznetz Dresden), Ulrike Seybold (NRW Landesbüro Freie Darstellende Künste), Ina Stock (ver.di)

Zum Abschluss der AKADEMIE wird es nochmal ganz konkret: In Tischgesprächen mit Vertreter*innen von Arbeitsgruppen, Gewerkschaften und Verbänden wollen wir darüber diskutieren, was getan werden muss und kann, um die Arbeitsbedingungen in den Freien Darstellenden Künsten nachhaltig zu verbessern.

13:00–15:00 Workshop-Programm

13:00–15:00
Mittag! The art of doing nothing (but that together)
- Tiger Kitchen – zusammen kochen, essen und über unsere Arbeit reden (mit Nadja Duesterberg)
- Bibliothek der anderen Arbeit
- Entspannen im Park

    15:00
    Shuttle zum Impulse-STADTPROJEKT nach Köln

    Biografien

    Esther Baio studierte zeitgenössischen Tanz am SEAD Salzburg und arbeitete anschließend 15 Jahre lang hauptberuflich als Tänzerin, Performerin und Choreografin. In dieser Zeit arbeitete sie vorrangig für den Wiener Choreografen Willi Dorner, für den sie zahlreiche internationale Gastspiele sowohl künstlerisch als auch organisatorisch umsetzte. Ihre Erfahrungen und internationalen Vernetzungen aus ihrer künstlerischen Laufbahn fließen nun in ihre Arbeit bei der IG Freie Theaterarbeit (Fachreferentin und Projektleitung ACT OUT – Tournee- und Residencyförderung) und beim Europäischen Dachverbands der Freien darstellenden Künste (EAIPA) mit ein. Neben ihrer Beratungstätigkeit für darstellende Künstler:innen in Österreich beschäftigt sich Esther Baio mit Vergleichen von europäischen Förder- und Sozialversicherungssystemen für Künstler:innen und mit kulturpolitischer Arbeit auf nationaler und europäischer Ebene.

    Nadja Duesterberg wurde 1983 in Frankfurt am Main geboren. Sie arbeitet seit 2007 als Köchin und ab 2009 als freie Performerin in NRW und Berlin. 2017 wurde sie mit dem „Kölner Darstellerpreis“ ausgezeichnet. 2020 hat sie im Rahmen der #TakeCareResidenz über patriarchale, misogyne und diskriminierende Strukturen in ihrem Arbeitsalltag als Schauspielerin in den Freien Darstellenden Künsten recherchiert. Im Jahre 2022 begann sie eine zweite Residenz am FFT Düsseldorf, „Expect a Tiger“, eine performative Recherche über das Speisen.

    Anna Mareike Holtz ist Teil des Berliner Produktionskollektivs ehrliche arbeit – freies Kulturbüro und arbeitet seit über zehn Jahren als Produktionsleiterin und Dramaturgin für die Freien darstellenden Künste. Seit dem Wintersemester 2021/22 studiert sie berufsbegleitend „Strategisches Nachhaltigkeitsmanagement“ (M.A.) an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung in Eberswalde, seit November 2021 ist sie beim bundesweiten Netzwerk Performing for Future aktiv.

    Sharon Jamila Hutchinson initiiert und co-kreiert als freischaffende Künstlerin Prozesse und Produktionen entlang von Choreografie, Videografie, Film, Dramaturgie und Performance. Hierbei informieren sich künstlerische Schaffungs-, Fiktionalisierungs- und Dokumentationsprozesse gegenseitig. In aktivistischen sowie (kultur)politischen Kontexten arbeitet sie regional und transnational mit diversen zivilgesellschaftlichen Initiativen und organisiert Communities, darunter die bundesweiten United Networks.

    Ulrike Kuner machte ihren Abschluss an der Universität Wien und war als Produktionsleiterin und Projektmanagerin bei großen internationalen Festspielen und Häusern tätig. Sie entwickelte und managte erfolgreich EU-geförderte Projekte und Netzwerke, u.a. das EDN – European Dancehouse Network. Seit September 2017 ist sie Geschäftsführerin der IG Freie Theaterarbeit und forciert dort die Service- und Informationstools für freischaffende Künstler:innen und Kulturarbeiter:innen in ganz Österreich. 2018 wurde sie Präsidentin des neu gegründeten Europäischen Dachverbands der Freien darstellenden Künste (EAIPA); 2021 war sie Mitbegründerin von vera* – Vertrauensstelle gegen Machtmissbrauch, Belästigung und Gewalt in Kunst und Kultur.

    Marque-Lin Pham ist vietnamesisch-amerikanische*r Aktivist*in, Performance-Künstler*in, Wissenschaftler*in und Gründer*in von MSG & Friends, einem queer-geführten Künstler*innenkollektiv, das sich der Kuratierung von Gemeinschaftsräumen und professionellen Präsentationen für die asiatische Künstler*innendiaspora in Europa widmet. Marque-Lins Texte wurden international in Zeitschriften und Publikationen wie Lodown, DADDY Magazine und STATE Studio veröffentlicht. Performances von Marque-Lin sind u.a. bei ARTE, am English Theater Berlin, am Maxim Gorki Theater, Berlin und an der Gessnerallee Zürich zu sehen. Marque-Lin ist „Goethe Goes Global“-Stipendiat*in (Humanity in Action Berlin).

    Mona Rieken war als Dramaturgin an verschiedenen Stadttheatern engagiert. 2022 absolvierte sie die Weiterbildung zur IHK-zertifizierten Transformationsmanagerin für Nachhaltige Kultur und begleitet seitdem Kulturinstitutionen auf dem Weg zur ökologischen Nachhaltigkeit. Seit Herbst 2021 ist sie beim bundesweiten Netzwerk Performing for Future aktiv und hat dort am ManifÖST, dem Manifest für die ökologisch-soziale Transformation der darstellenden Künste, mitgearbeitet.

    Susan Schubert (sie/ihr) arbeitet freischaffend in den Performing Arts. 2012 übernahn sie die künstlerische Co-Leitung der go plastic company, die seit 2016 assoziierte Künstler*innen in HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste Dresden sind. 2016 übernahm sie die Inhaberschaft und Leitung der Produktions- und Ausbildungsstätte TENZA in Dresden. Im gleichen Jahr wurde sie aktive Teilhaberin des TanzNetzDresden. Seit Vereinsgründung 2020 arbeitet sie im Vorstand des TNDD e.V.
    https://tanznetzdresden.de
    https://www.goplasticcompany.d...
    https://www.tenza.de

    Romy Schwarzer studierte Bühnentanz in Köln und New York sowie Choreografie in Berlin. Seit 2007 arbeitet sie als freiberufliche Tänzerin und Choreografin, zuletzt am Staatstheater Cottbus, für Marta Gornicka im Projekt „Chorus of Women“ am Maxim Gorki Theater, Berlin und für die Kompanie von Felix Landerer im Format SHORTS, Hannover. Seit 2020 arbeitet sie kontinuierlich für das SINTkollektiv und ist seit 2021 Teil des künstlerischen Leitungsteams von the guts company, Dresden.
    www.thegutscompany.net

    Ulrike Seybold ist Geschäftsführerin des NRW Landesbüro Freie Darstellende Künste. Zuvor war sie Teil des Geschäftsführungsteams des Landesverbands Freier Theater in Niedersachsen. Seit 2015 ist sie zudem Vorstandsmitglied des Bundesverbands Freie Darstellende Künste. In diesen Funktionen berät sie Künstler*innen wie Förderer*innen, sitzt mehreren Gremien bei und setzt sich für die Weiterentwicklung der Strukturen in den Freien Darstellenden Künsten ein.

    Ina Stock ist studierte Oboistin mit Schwerpunkt auf historischen Instrumenten. Auch Neue Musik, Pop und Jazz finden sich in ihrer Biografie. Sie ist Lehrbeauftragte für Oboe an der Universität zu Köln und an der Folkwang Universität der Künste in Essen. Seit 2012 ist sie Vorsitzende der berufsständischen Vereinigung Alte Musik NRW, seit kurzem stellvertretende Vorsitzende der Landesfachgruppe Musik in ver.di NRW und Mitglied des Vorstands der entsprechenden Bundesfachgruppe. Sie war beteiligt an der Entwicklung der Empfehlung für Basishonorare von ver.di.