2. – 13. Juni 2021 in Köln, Düsseldorf, Mülheim an der Ruhr + Online
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Akademie #2 – Lost in space

Theatrale Gemeinschaft, Protest und internationale Zusammenarbeit in einer körperlosen Zeit
10.–12.06., Konferenzprogramm Online, Workshops an verschiedenen Orten
Sprache: Englisch

Die Pandemie hat die Theater weltweit hart getroffen. An den Orten, die geschaffen wurden, damit Körper sich versammeln und eine gemeinsame sinnliche Erfahrung teilen können, herrscht seit über einem Jahr die meiste Zeit: Leere. Die Impulse-AKADEMIE schaut sich diesen Zustand genauer an. Was geht verloren, wenn Aufführungen und Arbeitsprozesse im digitalen Raum stattfinden? Was wird gewonnen?

Die drei AKADEMIE-Tage finden in einem hybriden Format sowohl online als auch vor Ort in Düsseldorf und Köln, Bangalore, Bern, Johannesburg und Minsk statt:
Die Vorträge und Diskussionen am Vormittag fokussieren auf die Rolle des Körpers für Gemeinschaftsbildung, politischen Protest und internationale Zusammenarbeit.
In einem mehrtägigen Workshop am Nachmittag erproben die Teilnehmenden die Kunst von Berührung, Geruch, Nähe und Verwundbarkeit.

Programmleitung: Anne Schulz
Workshopleitung: Sibylle Peters
Produktionsleitung: Lena Busse

Die AKADEMIE #2 – LOST IN SPACE? wird gefördert durch das Goethe-Institut und das Internationale Besucher*innenprogramm des NRW KULTURsekretariats.

LOST IN SPACE © Sibylle Peters
LOST IN SPACE © Sibylle Peters

Konferenzprogramm: Online via Zoom
10.–12.06. jeweils 10:00–13:00 Uhr
Informationen zur Anmeldung folgen in Kürze.

10.06. Körper und Gemeinschaftsbildung

Welche Bedeutung hat das physische Beisammensein für das Theatererlebnis, und was verlieren wir, wenn das Publikum zu Hause am Laptop oder Handy sitzt? Wie hat sich unsere Wahrnehmung von Intimität und Berührung in Zeiten physischer Distanz verändert?

Informationen zur Anmeldung folgen in Kürze.

10:00 Begrüßung

10:10 Keynote und Diskussion: Mazda Adli, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Charité, Berlin
11:00 Stacie CC Graham: 15 Minuten Achtsamkeit
11:15 Samara Hersch und Damian Rebgetz, Input und Diskussion
Moderation: Eva Neklyaeva

12:00 h a p t I c a f f I n I t i e s - a study group on touch, haptic aesthetics and intimacy in the arts
Initiiert von: Anneliese Ostertag, Sofie Luckhardt, Belle Santos und Rahel Spöhrer

11.06. Körper und politischer Protest

Welche Bedeutung haben die Sichtbarkeit und die Verwundbarkeit des Körpers für die Wirksamkeit politischer Protestbewegungen? Welchen Einfluss hat und hatte Covid-19 darauf?

Informationen zur Anmeldung folgen in Kürze.

10:00 Keynote und Diskussion: Kirsten Maar, Freie Universität Berlin, Institut für Theaterwissenschaft
10:45 Stacie CC Graham: 15 Minuten Achtsamkeit
11:00 Joana Tischkau und Julian Warner, Inputs und Diskussion
Moderation: Irina Bârcă

12:00 Diskussion in Kooperation mit dem Goethe-Institut Belarus

12.06. Körper und internationale Zusammenarbeit

Welche Bedeutung haben physische Begegnungen für gemeinsame kreative Prozesse und die Entwicklung einer guten Arbeitsbeziehung? Inwieweit können wir sie durch Online-Tools ersetzen? Und was bedeutet das für die Zukunft einer klimafreundlichen und dekolonialen internationalen Zusammenarbeit?

Informationen zur Anmeldung folgen in Kürze.

10:00 Keynote und Diskussion: Maren Urner, Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft, Köln
10:45 Stacie CC Graham: 15 Minuten Achtsamkeit
11:00 Ant Hampton und Lázaro Gabino Rodríguez (Lagartijas tiradas al sol, Mexiko), Inputs und Diskussion
Moderation: N.N.

12:00 Jayachandran Palazhy (Attakkalari Centre for Movement Arts, Bangalore) und Clara Vaughan (Market Theatre Laboratory, Johannesburg), Inputs und Diskussion
Moderation: Ogutu Muraya

12:45 Schlussrunde

Biografien

Mazda Adli ist Psychiater und Stressforscher. Er leitet die Fliedner Klinik Berlin sowie den Forschungsbereich Affektive Störungen an der Charité – Universitätsmedizin Berlin. Er hat u. a. das Interdisziplinäre Forum Neurourbanistik ins Leben gerufen, das sich mit der Untersuchung des Einflusses von Stadtleben auf Emotionen und psychische Gesundheit beschäftigt, und ist Gründer der „Singing Shrinks“, des einzigen Psychiater-Chors der Welt. 2017 erschien sein Buch „Stress and the City: Warum Städte uns krank machen. Und warum sie trotzdem gut für uns sind“.

Stacie CC Graham (German translation to follow.) is a management consultant, executive coach, founder, speaker and writer. In her work, she uses practices and tools such as mindful leadership, intersectional attunement as well as emotional and social intelligence. Her holistic wellness brand, OYA: Body-Mind-Spirit Retreats, is dedicated to underrepresented communities typically underserved by the mainstream wellness industry. With an MS in economics and a PhD in psychology as well as experience living and working in different parts of the world, she continues to cultivate a nuanced understanding of underlying drivers of human motivation and behavior.

Ant Hampton ist Performancekünstler. Seine Arbeiten sind gekennzeichnet von einer deutlichen Spannung zwischen strengen formalen und strukturellen Elementen und solchen, die im Moment der Aufführung gelebt und verhandelt werden. Er entwickelte kleinformatige, intime Projekte, die den Zuschauer selbst einbezogen, und in Cafés („Etiquette“) oder im Lesesaal einer Bibliothek stattfanden („The Quiet Volume“). Seine letzten Arbeiten ermutigen das Publikum, selbst Wagnisse einzugehen, mit realen Konsequenzen („Someone Else“, „The Thing“).

Samara Hersch ist Theatermacherin, Regisseurin und Künstlerin, deren Praxis die Intersektionen von zeitgenössischer Performance und gesellschaftlichem Engagement erforscht. Sie schloss kürzlich ihren Master an Das Theatre in Amsterdam ab. Ihr Interesse gilt dem generationenübergreifenden Diskurs und nicht-hierarchischen Formen des Wissensaustauschs. Ihre Arbeit WE ALL KNOW WHAT‘S HAPPENING, die sie zusammen mit Lara Thoms und sieben Kindern aus Melbourne realisierte, wurde mit dem ZKB Förderpreis und dem Publikumspreis des Zürcher Theater Spektakels 2019 sowie dem Green Room Award für die beste zeitgenössische und experimentelle Performance in Melbourne ausgezeichnet.

Kirsten Maar
ist seit 2018 Juniorprofessorin für Tanzwissenschaft an der Freien Universität Berlin und arbeitet als Dramaturgin. Ihre Forschungsschwerpunkte umfassen choreografische Verfahren im 20. Jahrhundert, Entgrenzungen zwischen Choreografie, Architektur und Bildender Kunst sowie intersektionale Diskurse und Kanonfragen.

Lázaro Gabino Rodriguez hat die Amsterdamse Hogeschool voor de Kunsten (AHK) mit einem Master in Theater abgeschlossen. In seiner Arbeit erkundet er Konzepte von wahr und falsch, ausgehend von persönlichen Erinnerungen und deren Verhältnis zu Fiktionen. 2003 gründete er mit Luisa Pardo das Künstler*innenkollektiv Lagartijas tiradas al sol, mit dem sie Projekte in den Formaten Theater, Text, Film, Pädagogik und Radio entwickeln. Ihre Arbeit wird in Mexiko und international gezeigt.

Joana Tischkau tanzt. Eine der ersten Erinnerungen daran ist der Moment, als sie zu Kaomas Hit „Lambada“ von 1989 auf einer Kindergeburtstagsparty abdancte. Diese Erfahrung bewegte sie dazu, sich bei der Tanzschule nebenan für Jazzdance, Streetdance und Videoclip-Dancing anzumelden. Später studierte sie Tanz und Schauspiel an der Coventry University in Großbritannien sowie Choreografie und Performance am Institut für Angewandte Theaterwissenschaft in Gießen. Ihre künstlerische Praxis ist ein hybrides Durcheinander, das die Schriften von bel hooks auf Beatboxing treffen lässt, in dem ein Fitness-Workout aus weißem Bewegungsmaterial entsteht und Roberto Blanco als König Schwarzer deutscher Unterhaltungskunst gehuldigt wird. PLAYBLACK ist ihre Master-Abschlussinszenierung.

Maren Urner ist Professorin für Medienpsychologie an der Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft (HMKW) in Köln. Sie studierte Kognitions- und Neurowissenschaften und wurde am University College London in Neurowissenschaften promoviert. 2016 gründete sie das Online-Magazin „Perspective Daily“ für Konstruktiven Journalismus mit und leitete die Redaktion bis März 2019. Ihr erstes Buch „Schluss mit dem täglichen Weltuntergang“ ist ein Bestseller, ihr zweites Buch „Raus aus der ewigen Dauerkrise“ erscheint im Mai 2021.

Clara Vaughan ist die Leiterin des Market Theatre Laboratory in Johannesburg, Südafrika, sowie Theatermacherin, Kulturmanagerin und Autorin. Im Market Lab bringt sie Theaterschaffende und andere Künstler*innen für kollaborative Arbeitsprozesse des Lernens, Herstellens, Experimentieren und Recherchierens zusammen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Nachwuchskünstler*innen sowie subalternen Erfahrungen, Stimmen und Identitäten.

Julian Warner arbeitet als Kulturanthropologe interdisziplinär in den Bereichen Kuration, Musik, Performance-Kunst und Wissenschaft. Er ist künstlerischer Leiter des Festivals der Kulturregion Stuttgart 2022 und Kurator für das Performance-Festival Spielart in München. Unter dem Alias Fehler Kuti veröffentlicht er Diskurs-Pop. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter arbeitete Warner am Institut für Kulturanthropologie der Georg-August-Universität Göttingen. Im April 2021 erscheint der von ihm herausgegebene Sammelband AFTER EUROPE – Beiträge zur dekolonialen Kritik im Verbrecher Verlag

Workshop: Düsseldorf, vor Ort
10.–12.06. jeweils 14:30–17:00 Uhr
Nur nach Anmeldung

Exercises in Social Intimacy. Ein internationaler Workshop zur Kunst der Berührung und anderen verbotenen Genüssen

Ort wird nach Anmeldung bekannt gegeben.
Gastgeber*innen: Sibylle Peters mit Charlotte Pfeifer und Ansuman Biswas sowie als Gast Moritz Frischkorn
Arbeitssprache: Englisch

Was es heißt, allein zu sein, und was es heißt, verbunden zu sein, hat sich durch die Pandemie verändert. Corona ist ein gemeinsames Problem, das uns voneinander trennt. Doch die Sicherheit der Isolation bringt ihre eigenen Gefahren mit sich: Wenn unsere Körper andere Körper nicht riechen und berühren können, bleiben unsere Stresslevels hoch. Angst und Depression treten an die Stelle geteilter Verwundbarkeit. Die Dornenhecken um unsere Schlösser schießen in die Höhe. Zugleich haben digitale Versammlungen reale Zusammenkünfte ersetzt und Menschen – auch global – in neuer Weise miteinander verbunden. Theater und Performance erscheinen vor diesem Hintergrund in neuem Licht: als Künste der Intimität, die Menschen einander nahebringen und sie einladen, ihre Verletzlichkeit zu teilen und mitzuteilen.

Exercises in Social Intimacy verbindet 90 Teilnehmer*innen lokal und global, körperlich und digital. Gruppen in Düsseldorf und Köln, Bangalore, Bern, Johannesburg und Minsk treffen sich unter Einhaltung der jeweils geltenden Hygieneregeln vor Ort und tauschen sich in Videokonferenzen untereinander aus. Sie erproben die Kunst von Berührung, Geruch und Nähe und experimentieren mit der Beziehung von Intimität und Abstand.

„Pleasure Activism ist gefragt, um das Vertrauen zwischen den Körpern wiederzufinden. Lasst uns die Prinzessin sein, die die Dornenhecken durchdringt und die schlafenden Schönheiten wachküsst!“ Sibylle Peters

Informationen zur Anmeldung
Die Teilnahme am Workshop ist nur vor Ort möglich. Eine Online-Teilnahme ist nicht möglich.
Für die Teilnahme an der Workshop-Gruppe in Düsseldorf melden Sie sich bitte unter email hidden; JavaScript is required an. Besondere Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Der Kostenbeitrag für die drei Workshop-Nachmittage inkl. Verpflegung beträgt 30 Euro.

Der Workshop findet unter Einhaltung der dann geltenden Hygieneverordnung statt. Die Teilnehmenden verpflichten sich, täglich einen von den Veranstalter*innen organisierten Corona-Schnelltest durchzuführen.

Internationale Co-Gastgeber*innen:
Attakkalari Center for Movement Arts, Bangalore (Indien)
Hochschule der Künste Bern, Fachbereich Theater (Schweiz)
The Market Theatre Laboratory, Johannesburg (Südafrika)
Universität zu Köln, Institut für Kunst & Kunsttheorie
Goethe-Institut Belarus

Die AKADEMIE #2 – LOST IN SPACE? wird gefördert durch das Goethe-Institut und das Internationale Besucher*innenprogramm des NRW KULTURsekretariats.