9.–19. Juni 2022 in Mülheim an der Ruhr, Düsseldorf, Köln + Essen
DE / EN
Programm-PDF
Newsletter
Kontakt

Akademie #2 – Ar/ctivism

Kunst und Aktivismus im Freien Theater
16.–19.06.
Sprache: Deutsch und Englisch
Programmleitung: Natalie Ananda Assmann, Gin Müller
Produktionsleitung: Anna Bründl

Vorträge: Eintritt frei, keine Anmeldung erforderlich
Workshops: Anmeldung erforderlich. Zur Anmeldung

Kunst und politischer Aktivismus stehen schon lange in einem Spannungsverhältnis zueinander und oft von der einen oder der anderen Seite unter Verdacht. Auch die freien darstellenden Künste haben immer wieder ein Interesse an aktivistischen Themen, Handlungs- und Organisationsformen gezeigt. Gruppen und Institutionen versuchen, ihre Arbeitsweisen kollektiv und global vernetzt zu gestalten, lassen sich dabei von dekolonialen, queer-feministischen und intersektionalen Konzepten und Praktiken inspirieren. Akteur*innen an der Schnittstelle von Kunst und Aktivismus nutzen Theater und öffentliche Räume als Bühnen des politischen Protests und der gezielten künstlerischen Intervention, schaffen so Sichtbarkeit für ihre Anliegen und erproben solidarische Selbstermächtigung: AR/CTIVISM.

Die AKADEMIE lädt ihre Teilnehmer*innen an vier Tagen dazu ein, das Verhältnis von freien darstellenden Künsten und Aktivismus näher zu betrachten: Was können Kunst und Aktivismus voneinander lernen, damit sie im Kampf für konkrete Anliegen und im Ringen um utopische Formen des solidarischen Zusammenlebens wirksam werden? Aber auch: Wie aktivistisch kann und will politisch engagierte Kunst sein? Wie viel Kunst verträgt der Aktivismus?

In täglichen Vorträgen geben Theoretiker*innen kontroversen Input zu Kunst und Aktivismus. Sie befassen sich mit radikaler queerer Politik, Klima- und Körpervernetzungen, digitalem Aktivismus und antirassistischen Konzepten. Außerdem finden vier jeweils viertägige Workshops von Theaterschaffenden, Künstler*innen und Aktivist*innen statt. Die Workshop-Teilnehmer*innen setzen sich anhand jeweils eines konkreten Themas mit künstlerischen und aktivistischen Strategien auseinander. Die Vorträge sind öffentlich und kostenfrei zugänglich, für die viertägigen Workshops ist eine Voranmeldung erforderlich.

© Christina Adam
© olufemi/blackearth
© Arne Vogelgesang/internil

16.–19.06. Workshops

Workshop 1: Queer-Feministischer und Roma Ar/ctivism

Leitung: Carmen Gheorghe, Zoe Gudović, Sandra Selimović
Sprache: Englisch

„Ehre“ ist ein machtvolles Konzept des Patriarchats, um die Rechte von Frauen und Queers zu beschränken. Daher arbeiten immer mehr Roma-Frauen-Aktivist*innen, Queer-Feminist*innen und Künstler*innen in verschiedenen Ländern, vor allem Osteuropas, daran, „Ehrbarkeits“-Politiken infrage zu stellen: Sie schaffen neue Erzählungen rund um Körper, Geschlechtsidentität und sexuelle Orientierung und versuchen, ihre Repräsentation in verschiedenen Gesellschaftsbereichen mit politischen Mitteln zu verändern. Der Workshop analysiert, wie dieser Kampf die Verbindung von Kunst, Theater und Aktivismus strategisch nutzen kann.

zur Anmeldung

Workshop 2: Online kämpfen

Leitung: Arne Vogelgesang
Sprache: Deutsch

Der Workshop gibt einen Überblick darüber, mit welchen Mitteln und Methoden in sozialen Medien und darüber hinaus politische Kämpfe ausgefochten werden: sowohl in menschenfeindlichen als auch in progressiven Bewegungen. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei der Frage, wo aktivistische Online-Praxis zwischen Identifizierung und Anonymität Bereiche des Theaters und des Performativen berührt.

zur Anmeldung

Workshop 3: Schwarze Perspektiven auf Klimagerechtigkeit – Performance als Werkzeug

Leitung: Black Earth Collective
Sprache: Deutsch und Englisch

Der Workshop befasst sich mit den Überschneidungen von Kolonialismus und Klimakrise und nutzt Performance als Werkzeug, um das Aufbrechen von Binaritäten von Mensch und Natur, Männern und Frauen, Schwarz und weiß zu verkörpern. Es geht um die Anerkennung von jahrhundertealten antikolonialen Kämpfen, das Anhören von zum Schweigen gebrachten Bewegungen und Gemeinschaften, die heute in der Klimakrise an vorderster Front stehen, und die Betrachtung von Prognosen für die nächsten Jahrzehnte, die heute noch ignoriert werden.

Das Black Earth Collective freut sich besonders über die Teilnahme von BIPOC (Black, Indigenous, People of Colour) und Queers!

zur Anmeldung

Workshop 4: Kanakisieren statt integrieren! Ar/ktivistische Strategien gegen Rassismus und Rechtsextremismus

Leitung: Can Gülcü
Sprache: Deutsch

Der Workshop stellt die Frage in den Mittelpunkt, wie mit künstlerisch-aktivistischen Strategien rassistische Normalität und Rechtsextremismus angegriffen werden können. Wie können die Bedingungen des Sprechens und Gehört-und-ernst-genommen-Werdens verändert werden? Wie kann verschüttetes und verdrängtes Wissen offengelegt werden? Kunst als Kunst und als kanakischer, antirassistischer, proletarischer, antikapitalistischer Aktivismus. Im Workshop werden diese emanzipatorischen Kämpfe besprochen und zusammengedacht, u. a. am Beispiel des NSU-Komplex.

zur Anmeldung

Biografien

Black Earth Collective: Black Earth ist ein BIPoC Environmental & Climate Justice Kollektiv gegründet in Berlin. Das Kollektiv setzt sich unter Anderem mit Nachhaltigkeit, Veganismus, Umwelt- und Klimagerechtigkeit aus dekolonialen Perspektiven auseinander. Wie hängen die Unterdrückung marginalisierter Personengruppen und die Unterdrückung der Natur zusammen? Wer ist besonders von Klimawandel betroffen? Und wie können Bewegungen reclaimt werden die sich diesen Fragen widmen? Dabei soll nicht nur die weiß- und cis-heterodominierte linke Aktivist:innen-umweltszene hinterfragt werden, sondern vor Allem ein Raum für intersektionalen Aktivismus geschaffen werden.

Carmen Gheorghe ist eine Roma-Feministin, Aktivistin und Wissenschaftlerin aus Rumänien. Seit 19 Jahren ist sie zivilgesellschaftlich engagiert. Der Fokus ihrer Arbeit liegt auf Roma-Frauen und -Mädchen, für deren Anliegen sie sich mittels Vor-Ort-Arbeit und Community-Entwckling einsetzt. Dabei geht es um Gender-Fragen, Intersektionalität, Identitätspolitik, geschlechtsspezifische Gewalt und Reproduktions-Gerechtigkeit. Sie ist Mit-Gründerin der E-Romnja Association, einer Roma-feministischen NGO in Rumänien, die an einem neuen Narrativ über Roma-Mädchen und -Frauen in Rumänien arbeitet. Außerdem hat sie Artikel über Roma-Feminismus, Anti-Rassismus für soziale Gerechtigkeit, Intersektionalität und den Arbeitsmarkt verfasst. Seit 2019 entwickelt sie ein Seminar zu Roma-Feminismus und Identitätspolitik.

Zoe Gudović ist eine lesbische Künstlerin, Feministin, Aktivistin, Kulturmanagerin und Produzentin. Sie kommt aus Belgrad (Jugoslawien) und lebt seit Oktober 2021 in Wien. Seit 1995 arbeitet und forscht sie an informellen und politisch engagieren Theaterformen. In ihrer Praxis kombiniert sie Kunst und Aktivismus, um das gegenwärtige Bewusstsein und soziale Verhältnisse zu verändern. Theaterpädagogin. Performerin. Drag-King-Transformerin. Toilettenkünstlerin. Sie hat in folgenden Gruppen und Kollektiven gearbeitet oder diese gegründet: Women at Work, Act Women, Queer Belgrade, Charming Princess-band, Reconstruction Women's Fund. Sie lehrt im Fach „Women's Studies“ an der Fakultät für Politikwissenschaft in Belgrad zum Thema feministische Kunst im öffentlichen Raum. Sie hat Performances im öffentlichen Raum organisiert, die sich gegen Gewalt an Frauen wenden, und auch zahlreiche Kampagnen für die Sichtbarkeit von LGBTQ+, für die Menschenrechte von Frauen und für Menschen am Rande der Gesellschaft. Seit 2001 vernetzt sie unter dem Titel „Women's Movement – Women's Theater – Women's Body“ Künstler*innen aus der ganzen Welt mit Aktivist*innen aus Serbien. Für ihre Arbeit mit Kunst und Aktivismus wurde sie mit dem Jelena-Šantić-Preis ausgezeichnet, außerdem erhielt sie für ihren Einsatz für den Feminismus außerhalb der feministischen Bewegung den Befem’s Feminist Achievement Award. Sie ist Redakteurin und Gastgeberin der Radio-Sendung „Ženergija”.

Can Gülcü (geboren 1976 in Bursa) lebt seit 1990 in Österreich. Arbeitet in Wien als Kulturschaffender, Öffentlichkeits- und Kampagnenarbeiter und Aktivist mit Fokus auf politische Kommunikation, politisch-partizipative Kulturarbeit sowie auf gesellschaftliche, politische und sozioökonomische Machtverhältnisse. Aktuell in der Arbeiterkammer Wien im Büro für digitale Agenden tätig.

Sandra Selimović ist Schauspielerin, Regisseurin, Rapperin, Aktivistin. geboren 1981 in Zajecar (Serbien) steht seit 1994 auf der Bühne. Spielt derzeit im Burgtheater Wien „die Ärztin“ von Robert Icke und im Maxim Gorki Theater Berlin „Roma Armee“ unter der Regie von Yael Ronen. Als freie Künstlerin arbeitete sie im Volkstheater Wien, Schauspiel Essen, Staatstheater Kassel sowie in der freien Szene als Schauspielerin und Regisseurin in Österreich, Deutschland und Rumänien. Mit Tina Leisch drehte sie als Co-Regisseurin ihren ersten Dokumentarfilm „Gangster Girls“ im Frauengefängnis Schwarzau und war damit auf der Viennale und dem Münchner Dokumentarfestival. 2010 gründete sie gemeinsam mit ihrer Schwester Simonida Selimović den ersten feministischen Roma-Theaterverein Romano Svato und begannen gleichzeitig als Rap-Duo Mindj Panther Musik zu machen. Sie setzen sich in ihren Produktionen mit Rassismus, Sexismus, Identität, Feminismus und Ausgrenzung auseinander, durchbrechen das stereotype Bild und Klischees der Volksgruppe der Roma. Als selbstbewusste und queere Romni ist sie einerseits eine Vorkämpferin für Frauengleichberechtigung in der Roma-Community, andererseits engagiert sie sich gegen antiziganistische Diskriminierungen. 2013 gewann sie als mit ihrer ersten Regie Arbeit den Publikumspreis der „jungen Burg“ im Wiener Akademietheater.

Arne Vogelgesang realisiert mit dem Theaterlabel internil und unter eigenem Namen Kunstprojekte, die mit dokumentarischem Material, neuen Medien, Fiktion und Performance experimentieren. Ein Schwerpunkt dabei ist radikale politische Propaganda im Internet. Außerdem hält er Vorträge und gibt Workshops zu seinen Recherchen, spielt mit Virtual Reality und Menschendarstellung in 3D herum und schreibt gelegentlich einen Text. Mehr: https://vogelgesang.internil.net

16.06.

10:00–10:30 Eröffnung und Einführung

Mit: Natalie Ananda Assmann und Gin Müller (Programmleitung AKADEMIE #2)

10:30–12:00 Sorge ohne Identität: Zum radikalen Aktivismus in der präsentischen Demokratie

Vortrag von Isabell Lorey (Professorin für Queer Studies an der Kunsthochschule für Medien in Köln) mit anschließender Diskussion
vor Ort + Online
Sprache: Deutsch

Der Vortrag argumentiert für einen radikal neuen demokratischen queer-feministischen Aktivismus in der politischen Gegenwart. Er stellt nicht Identitäten und Repräsentationen in den Vordergrund, sondern Sorgebeziehungen und eine Verbundenheit in der geteilten Verletzlichkeit. Damit formuliert er ein radikales Gegenprogramm zur neoliberalen Demokratie und zu den autoritären Populismen, die aus ihr entstehen.

12:00–17:00 Workshops 1–4 (nach Voranmeldung)

zur Anmeldung

17:00 Bus-Shuttle

Der Bus-Shuttle fährt direkt zum SHOWCASE in Mülheim an der Ruhr.

Biografien

Natalie Ananda Assmann arbeitet seit 2006 als freischaffende Künstlerin, Regisseurin, Performerin, Schauspielerin und Kulturschaffende. Prägend für ihre künstlerischen Zugänge waren Aufenthalte in São Paulo, Tel Aviv und New York. Assmanns Arbeiten bewegen sich im Crossover von performativer Intervention, Theater im öffentlichen Raum und aktivistischen Ansätzen in Kunst und Kultur. In den letzten Jahren arbeitet sie vermehrt in queer-feministischen Kollektiven und legt ihren Fokus auf unterschiedliche künstlerische Praxen des Widerstands. Seit diesem Jahr ist Natalie Assmann Co-Leiterin des Festivals Wienwoche. Sie lebt und arbeitet in Wien.

Isabell Lorey ist politische Theoretikerin und Professorin für Queer Studies an der Kunsthochschule für Medien in Köln. Sie arbeitet zudem für transversal (http://transversal.at), die Publikationsplattform des European Institute for Progressive Cultural Policies (eipcp). Zu ihren Buchveröffentlichungen gehören: Immer Ärger mit dem Subjekt. Zu Butler und Foucault 1996/2017; Figuren des Immunen. Elemente einer politischen Theorie, Zürich: Diaphanes 2011; Die Regierung der Prekären, New Edition, Wien: Turia+Kant 2020; Demokratie im Präsenz. Eine Theorie der politischen Gegenwart, Berlin: Suhrkamp 2020.

Gin Müller ist Dramaturg*, queerer Ar/ctivist*, Lehrender*. Derzeit arbeitet er als Lektor* an der Universität Wien (Theater-, Film-, Medienwissenschaft, seit 2008), von 2017 – 2019 Gastprofessur an der Akademie der bildenden Künste. Daneben zahlreiche eigene Theater/Performance/Kunstprojekte (vor allem in Kooperation mit dem brut Theater Wien, kuratorische, dramaturgische Tätigkeiten und aktivistische Mitarbeit bei Projekten Queer Base (Welcome and Support for LGBT-Refugees), TransX/-Rosa Lila Villa (seit 2009), VolxTheaterKarawane (2001-04). Buchveröffentlichung: Gin/i Müller, Possen des Performativen. Theater, Aktivismus und queere Politiken, republicart 7, Wien: Turia+ Kant, 2008. http://ginmueller.klingt.org

17.06.

10:00–15:00 Workshops 1–4 (nach Voranmeldung)

zur Anmeldung

15:00–16:30 Drei Fluchtlinien. Von Medientaktiken hin zu unerwarteten Begegnungen

Online-Vortrag von Ricardo Dominguez (Professor für bildende Künste an der University of California San Diego) mit anschließender Diskussion
Live-Stream vor Ort + Online
Sprache: Englisch

Ricardo Dominguez berichtet von drei Fluchtlinien des künstlerischen Netz- und Grenzaktivismus, an denen er beteiligt war: die Geschichte des elektronischen zivilen Ungehorsams, Fluchthilfe für Migrant*innen und Geflüchtete sowie „spekulative Dronologie“.

19:00 Herkesin Meydanı – Platz für Alle: Austausch zum NSU-Mahnmal

Treffpunkt: Keupstraße 40, 51063 Köln

Biografie

Ricardo Dominguez ist Vorsitzender der Fakultät für Bilden Kunst an der UCSD. Er war Gründungsmitglied des Critical Art Ensemble (http://critical-art.net/) und zählte zu den Gründer*innen, des Electronic Disturbance Theater 1.0 (EDT), einer Gruppe, die 1998 in Solidarität mit den Zapatist*innen in Chiapas (Mexiko) virtuelle sit-in-Technologien entwickelte (https://anthology.rhizome.org/...). Mit dem Electronic Disturbance Theater 2.0/b.a.n.g. lab project (mit Brett Stalbaum, Micha Cardenas, Amy Sara Carroll, and Elle Mehrmand) war das Transborder Immigrant Tool (https://tbt.tome.press/, ein GPS-Telefon-Sicherheits-Tool für die Überquerung der Grenze zwischen den USA und Mexiko) 2008 Gewinner des “Transnational Communities Award” (2008), einer Auszeichnung, die vom Cultural Contact, Endowment for Culture Mexico–US finanziert wird und von der US-Amerikanischen Botschaft in Mexiko verliehen wird. Für dieses Projekt stand er drei Jahre unter Beobachtung des FBI, des US-Kongresses und der UCSD. Das Transborder Immigrant Tool wurde in den USA und international vielfach ausgestellt. Ricardo Dominguez war Society for the Humanities Fellow an der Cornell University (2017-18), im Sommer 2018 Rockefeller Fellow am Bellagio Center in Italien und 2021 UCLA Luskin Institute on Inequality and Democracy Fellow. Viele seiner Artikel und Essays sind online abrufbar unter: https://ucsd.academia.edu/Rica... Kürzlich war eine Überblicksausstellung über seine Kollaborationen aus 40 Jahren am Center for Digital Culture in Mexico City zu sehen: https://hipermedial.centrocult...

18.06.

10:00–10:30 Warm Up

10:30–12:00 Vom Herz ins Hirn: Wie antirassistische Perspektiven und Kritik (Freies) Theater formen können

Vortrag von Natasha A. Kelly (Afrofuturistin, Soziologin und Kommunikationswissenschaftlerin, Regisseurin, Kuratorin, Autorin und Mutter) mit anschließender Diskussion
vor Ort + Online
Sprache: Deutsch

Ein gutes Theaterstück berührt das Publikum tief in seinem Herzen, verändert sodann den Geist und bringt Menschen dazu, sich selbst zu reflektieren und ihr Verhalten zu verändern. Damit sind Theater mehr als reine Spielstätten, wo Kreativität grenzenlos ausgelebt wird und Kunstfreiheit alle Barrieren bricht. Vielmehr sollten Theater als Orte des Widerstandes verhandelt werden, wo (Selbst-)Bewusstsein geschärft, kollektive Kraft gebündelt, und intersektionale Perspektiven auf eine gerechte Welt für alle geschaffen werden.

12:00–17:00 Workshops 1–4 (nach Voranmeldung)

zur Anmeldung

17:00 Bus-Shuttle

Der Bus-Shuttle fährt direkt zum SHOWCASE in Mülheim an der Ruhr.

Biografie

Natasha A. Kelly ist promovierte Kommunikationssoziologin, Autorin und Künstlerin. Mit ihrer preisgekrönten und international gereisten Dokumentation „Millis Erwachen“ feierte sie ihr Filmdebüt auf der 10. Berlin Biennale 2018. Ihr Regiedebüt beging sie 2019 mit der internationalen Aufführung ihrer Dissertationsschrift „Afrokultur“ in drei Ländern und drei Sprachen. 2021 veröffentliche sie zwei weitere Bücher: „Rassismus, Strukturelle Probleme brauchen strukturelle Lösungen“ im Atrium Verlag und „Sisters and Souls“ im Orlanda Verlag. http://www.natashaakelly.com

19.06.

10:30–12:00 Sterbliche aller Länder, vereinigt euch! Zum Umgang mit Gefährdung

Vortrag von Karin Harrasser (Professorin für Kulturwissenschaft an der Kunstuniversität Linz) mit anschließender Diskussion
vor Ort + Online
Sprache: Deutsch

Die Pandemie und die massiven Veränderungen der Umweltbedingungen weltweit haben anfällige politische Körper hervorgebracht. Subjekte nehmen sich als gefährdet wahr. Die Reaktionen auf diese geteilte Erfahrung, die abhängig von Geografie, sozialer Situiertheit, Gender und Alter sehr unterschiedliche Ausprägungen hat, sind jedoch uneinheitlich: Politiken der (gemeinsamen) Sorge treffen auf Versuche der Abkapselung. Ein solidarischer Umgang mit Verwundbarkeit trifft auf Versuche, diese Verwundbarkeit zu negieren und die daraus hervorgehende Verantwortung auszulagern.

12:00 Bus-Shuttle

Der Bus-Shuttle fährt direkt zum STADTPROJEKTin Düsseldorf (Abschlussveranstaltung der AKADEMIE #2 und Abschiedsparty „Luft raus im Guggenheim”.)

14:00–16:00 AKADEMIE-Abschluss beim Impulse-STADTPROJEKT GUGGENHEIM IN OBERBILK?

Ort: Kölner Straße 313, 40227 Düsseldorf

16:00–20:00 Abschlussparty: Luft raus im Guggenheim?

Ort: Kölner Straße 313, 40227 Düsseldorf

Biografie

Karin Harrasser ist Professorin für Kulturwissenschaft an der Kunstuniversität Linz und ebendort Vizerektorin für Forschung. Nach einem Studium der Geschichte und der Germanistik wurde sie mit einer Dissertation über die Narrative der digitalen Kulturen an der Universität Wien promoviert. Habilitation an der Humboldt-Universität zu Berlin über »Prothesen. Figuren einer lädierten Moderne« (erschien 2016 bei Vorwerk 8 Berlin). Neben ihren wissenschaftlichen Tätigkeiten war sie an verschiedenen künstlerisch-kuratorischen Projekten beteiligt, z.B. auf Kampnagel Hamburg, im Tanzquartier Wien oder mit MAPA Teatro und der kolumbianischen Wahrheitskommission in Bogotá. Zusammen mit Elisabeth Timm gibt sie die Zeitschrift für Kulturwissenschaften heraus. Demnächst erscheint ihr Buch: Surazo. Monika und Hans Ert: Eine deutsche Geschichte in Bolivien.