2. – 13. Juni 2021 in Köln, Düsseldorf, Mülheim an der Ruhr + Online
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404-Totlink

Unzählige Menschen werden in Abwesenheit jeglicher Angehöriger bestattet – auch in Zeiten ohne Kontaktbeschränkungen. Wer waren diese Menschen? DARUM haben zu einsamen Begräbnissen recherchiert und laden dazu ein, sich den dabei bestatteten Personen in einem digitalen Archiv anzunähern: von zu Hause aus und ganz individuell.

03.06.21 18:00 04.06.21 05.06.21 06.06.21 07.06.21 08.06.21 09.06.21 10.06.21 11.06.21 12.06.21 13.06.21

Die Website ist den ganzen Tag individuell abrufbar.
Am 04.06. findet um 19:00 Uhr ein Gespräch statt.

Online
Sprache: Deutsch

© Alexander Gotter
© Alexander Gotter
© Alexander Gotter
© Alexander Gotter

Ausgehend von der Überzeugung, dass jeder Mensch ein Fortbestehen in Form einer Fiktion verdient hat, haben die Künstler*innen zu mehreren Verstorbenen recherchiert: Sie haben einsame Begräbnisse besucht, an Türen geklopft, mit Nachbar*innen gesprochen und die Spuren zusammengesucht, die die Verstorbenen im Diesseits hinterlassen haben. Diese Recherche war die Grundlage für eine interaktive Inszenierung, die erstmals 2019 in Wien gezeigt wurde. Eine eigens für die Impulse erarbeitete Kölner Neufassung konnte im vergangenen Jahr aufgrund der Covid19-Pandemie nicht realisiert werden.

Mit 404-TOTLINK haben DARUM eine neue, digitale Form für die Auseinandersetzung mit den Themen Tod, Sterben und Einsamkeit geschaffen: Das Publikum kann von zu Hause auf zahlreichen, miteinander verknüpften Webseiten ein verästeltes, digitales Archiv durchforsten. Es versammelt Dokumente, Fotografien und Videos aus dem Leben der einsam Verstorbenen, und bietet gleichzeitig essayistische Anregungen zu Fragen nach urbaner Einsamkeit und der Undurchdringbarkeit menschlicher Existenzen. Ein assoziativ wucherndes Labyrinth mit eigener Logik, ohne Anfang und Ende, das seine Besucher*innen dazu einlädt, selbst auf Spurensuche zu gehen und sich in dieser zu verlieren – und dabei auf Vertrautes und Unerwartetes zu stoßen.

Credits

Künstlerische Leitung: DARUM (Laura Andreß, Victoria Halper, Kai Krösche)

Produktion

UNGEBETENE GÄSTE ist eine Produktion von DARUM in Kooperation mit WERK X-Petersplatz (Wien). Gefördert von SHIFT, der Kulturabteilung der Stadt Wien sowie dem Bezirk Innere Stadt.
Die digitale Neufassung 404-TOTLINK ist eine Koproduktion von DARUM mit dem Impulse Theater Festival.

Biografien

Das 2018 gegründete Kollektiv DARUM. Darstellende Kunst und Musik bewegt sich an entsprechend vielen ästhetischen Schnittstellen. Es formiert sich um Laura Andreß, Victoria Halper und Kai Krösche, die sich seit Jahren im Spannungsfeld zwischen freier und institutioneller darstellender Kunst bewegen. Dieses Kernteam vereint das Know-how aus zahlreichen künstlerischen Disziplinen, darunter Film- und Theaterregie, Dramaturgie, Musik, Literatur, Video- und Medienkunst, Schauspiel und Performance. Der Formensuche von DARUM geht stets die große Frage des „Warum?“ voran. Doch Fragen sind die besseren Antworten: Entsprechend versucht DARUM in seinen künstlerischen Projekten, am Anspruch auf Beantwortung produktiv zu scheitern. UNGEBETENE GÄSTE ist die Debütperformance von DARUM. Im April 2020 kam die performative Installation „Ausgang: Offen“ in Wien zur Aufführung.

Laura Andreß studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft in Wien. Nach Hospitanzen und Assistenzen an verschiedenen Theater- und Performancehäusern sowie -festivals und in der Freien Wiener Theaterszene absolvierte sie ihren Dramaturgie-Master an der HfS „Ernst Busch“ Berlin. Ihr Abschlussprojekt wurde 2018 im Rahmen des Berliner Performing Arts Festivals uraufgeführt. Laura Andreß arbeitet seither als freie Dramaturgin und Produktionsleiterin (u. a. für Florentina Holzinger). Ihre Arbeiten wurden u. a. an der Volksbühne Berlin, im Festspielhaus Hellerau und an den Münchner Kammerspielen gezeigt. 2019 erhielt sie das Startstipendium für darstellende Kunst des Bundeskanzleramts Österreich.

Victoria Halper studierte Schauspiel und Regie an der University of Toronto. Auf den Spuren ihrer burgenländischen Herkunft emigrierte sie 2010 nach Österreich, wo sie als Regieassistentin an verschiedenen Theaterhäusern tätig war. Von 2013 bis 2016 arbeitete sie als Regisseurin und Cutterin mehrerer Filme, darunter der Kriminalfilm „Kommissar Taler“, für den sie 2015 den Kulturpreis der Stadt Traun erhielt. Seit 2016 bewegt sie sich als freie Regisseurin in einem Experimentierfeld zwischen verschiedenen Formen der darstellenden Kunst: zeitgenössicher Zirkus, Essay-Performance, installative Videokunst und ludification theatre im öffentlichen Raum. 2018 erhielt sie das Startstipendium für darstellende Kunst des Bundeskanzleramts Österreich.

Kai Krösche ist Regisseur und Musiker. Er studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft sowie Philosophie in Wien. Seit 2005 arbeitet er als Regisseur, Musiker und Videokünstler an der Realisierung eigener Theaterprojekte sowie in den Bereichen Musik, Video, Dramaturgie und Performance u. a. am Schauspiel Köln, am Landestheater Niederösterreich, am WUK Wien, am Volkstheater Wien, am WERK X Wien sowie am HochX München. Als Drehbuchautor und Regisseur realisiert er seit 2002 zahlreiche Kurzfilmprojekte. 2018 erhielt er das Startstipendium für darstellende Kunst des Bundeskanzleramts Österreich. Zwischen 2010 und 2016 arbeitete er als Theater- und Filmkritiker u. a. für nachtkritik.de und die Wiener Zeitung.