Impulse Theater Festival

Köln, Düsseldorf, Mülheim an der Ruhr

4.–14. Juni 2020

Aktuell / Ausschreibung

23.07.2020, Ausschreibung

Geschichte wird gemacht

Das Impulse Theater Festival schreibt fünf Projektentwicklungen zur performativen (Selbst-)Archivierung für freie darstellende Künstler*innen in NRW aus.

Bereits im Jahr 2013 ging vom Impulse Theater Festival die Initiative für das Projekt „Performing the Archive“ aus, das sich als bewegliches Archiv mit der Geschichte, Gegenwart und Zukunft des Freien Theaters auseinandersetzt und gemeinsam mit Künstler*innen Formate für die analoge und digitale (Selbst-)Archivierung der eigenen künstlerischen Praxis entwickelt. Die Leitfrage des Projekts lautet: Wie könnte ein Archiv aussehen, das mit künstlerischen Strategien entworfen wurde und gleichzeitig von ihnen erzählt? Bevor die Impulse-AKADEMIE „Geschichte wird gemacht“ im Sommer 2021 anlässlich des verschobenen 30-jährigen Festival-Jubiläums ihr performatives Festival-Archiv errichtet, schafft das Impulse Theater Festival die Möglichkeit, diese Frage in Modellprojekten zu erforschen und im digitalen Raum zu erproben.

Abrupt und unvorhersehbar hat der gesellschaftliche Ausnahmezustand der letzten Monate der Theaterwelt den analogen Boden unter den Füßen weggezogen. Auch das Impulse Theater Festival fand 2020 nur digital statt. Künstler*innen mussten neue mutige Wege finden, den digitalen Raum performativ zu bespielen. Diese neuen Strategien an der Schnittstelle analoger und digitaler Praxis können für die Archivierung Freier Theaterpraxis genutzt werden.

Das Impulse Theater Festival schreibt fünf Projektentwicklungen zur Erarbeitung innovativer künstlerischer Archive im interdisziplinären/intermedialen Spannungsfeld analoger und digitaler Formate aus. Die Projekte sind mit je 10.000 Euro dotiert und richten sich an Künstler*innen und/oder Kollektive aus dem Feld der Freien darstellende Künste mit Arbeitsschwerpunkt in NRW.

Im Rahmen ihrer Arbeiten setzen sie sich mit ihrer eigenen Geschichte auseinander und machen diese einer Öffentlichkeit zugänglich. Sie sollen Potentiale aufzeigen, die an der Schnittstelle von Theater, Archiv und digitaler Kunst entstehen. Dabei werden die Künstler*innen von einem Pool an Expert*innen wie Programmier*innen und Medienkünstler*innen unterstützt. Ziel ist nicht die vollständige Aufarbeitung der Geschichte(n), sondern die Entwicklung und Erprobung von Strategien und Arbeitsweisen der Archivierung, die nach Beendigung der Entwicklungsphase weitergeführt werden sollen. Bei der Impulse-Akademie „Geschichte wird gemacht“ im Juni 2021 werden Einblicke in die Projektentwicklungen präsentiert. Die Strategien und das Know-how der Archivierung sollen als Open Source zur Verfügung gestellt werden.

Einreichfrist für die Projektideen ist der 1. Oktober 2020.

Die Einreichung erfolgt über ein online abrufbares Bewerbungsformular. Über die Auswahl entscheidet eine interdisziplinäre Fachjury bis Ende Oktober 2020. Die ausgewählten Projekte müssen in der Folge noch im November 2020 begonnen werden.

Einzureichende Unterlagen (ausschließlich mittels des Bewerbungsformulars)

  • Skizzierung der Projektentwicklung (max. 4000 Zeichen) mit besonderem Augenmerk auf
    • Beschreibung der Archivmaterialien, mit denen gearbeitet werden soll,
    • Fragestellungen und/oder Arbeitshypothesen, die erforscht/bearbeitet werden sollen,
    • interdisziplinäre/intermediale Ansätze (analog/digital),
    • konkrete Umsetzungsideen
  • Künstlerische Biografien des/der Einreichenden. Bei Kollektiven künstlerische Biografie der Gruppe (max. 1000 Zeichen pro Biografie)
  • Links zu Arbeitsproben
  • Visualisierung (Skizze, Bild, Grafik usw.) kann angehängt werden

Die Unterlagen müssen bis 1. Oktober 2020 an gesendet werden.
Bei Fragen zur Ausschreibung stehen wir Ihnen unter oben genannter E-Mail-Adresse auch gerne zur Verfügung.

Hier finden Sie:

Bewerbungsformular
Ausschreibung als PDF
Informationen zum Projekt „Performing the Archive“

Informationen zur Impulse-AKADEMIE „Geschichte wird gemacht“

Ein Projekt des Impulse Theater Festivals und des NRW KULTURsekretariats in Kooperation mit dem NRW Landesbüro Freie Darstellende Künste und der Initiative für die Archive des Freien Theaters. Gefördert mit Mitteln des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen und der Kunststiftung NRW.


05.06.2020

Spendenaufruf

Bei unserem virtuellen Eröffnungsfest am vergangenen Donnerstag haben Sie fast alle Künstler*innen getroffen, die bei der ursprünglich geplanten Jubiläumsausgabe des Impulse Theater Festivals zu sehen gewesen wären. Eine SHOWCASE-Künstlerin war nicht dabei: Nicoleta Esinencu.

In Rücksprache mit ihr möchten wir die Gründe für ihr Fehlen erklären, denn sie machen deutlich, dass vor dem Virus eben nicht alle gleich sind. Nicoleta Esinencu lebt in der Republik Moldau und beendet gerade ihre Residenz beim DAAD in Berlin. Mitte Juni reist sie zurück nach Chişinau, ohne zu wissen, wie es für sie und ihre Kompanie weitergeht — ohne Mittel und ohne Unterstützung.

Die Lage für viele Künstler*innen in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist unsicher. Wir dürfen aber nicht vergessen, dass die Lage anderswo noch viel schwieriger ist. Das Stück „Abolirea familiei / Die Abschaffung der Familie“ hätte genau diese Brisanz gezeigt.

Nicoleta Esinencu und ihre Kompanie brauchen dringend Unterstützung.
Bitte spenden Sie die Eintrittsgelder, die Sie dieses Jahr beim Impulse Theater Festival „sparen“, auf folgendes PayPal-Konto: PayPal.Me/spalatorie


13.05.2020

Das Programm der Online-Ausgabe findet sich ab sofort unter „Programm“.


29.04.2020

Das Impulse Theater Festival muss Corona-bedingt abgesagt werden. Anders als geplant, werden wir uns in diesem Jahr nicht in Köln, Düsseldorf und Mülheim an der Ruhr treffen können. Wir und unsere Veranstaltungspartner bedauern die Entscheidung sehr. Jedoch ist die Absage der diesjährigen Festivalausgabe wegen der Gesundheitsrisiken und vor dem Hintergrund der ungewissen Situation für Kulturveranstaltungen unausweichlich. Der Schritt fällt umso schwerer, als 2020 besondere Programmpunkte zum 30-jährigen Bestehen der Impulse vorgesehen waren.

Damit ist das geplante Programm aber nicht ersatzlos gestrichen. Derzeit führen wir intensive Gespräche mit den eingeladenen Künstler*innen und unseren Partnerhäusern, um zu prüfen, welche Veranstaltungen ohne größere künstlerische Abstriche in den digitalen Raum verlegt werden können. Festivalzeitraum bleibt auch im Netz der 4. bis 14. Juni.

Von den zehn zum SHOWCASE eingeladenen Gastspielen wollen wir nach derzeitigem Planungsstand drei online zeigen: die Video-Installation STRICKEN von Magda Korsinsky, eine Desktop-Fortsetzung von Oliver Zahns LOB DES VERGESSENS sowie ES IST ZU SPÄT von internil, das bereits im Dezember vergangenen Jahres einen Abschied vom Theater zugunsten von YouTube beschwor. Auch das Konferenzprogramm der AKADEMIE „ZEIGE DEINE KLASSE“ über soziale Herkunft und Freies Theater soll online stattfinden. Die Klassenfrage hat in der Corona-Krise weiter an Brisanz gewonnen, da die Verdienstausfälle vor allem für Theaterschaffende ohne Vermögenshintergrund zum existenziellen Problem werden. Vom 11. bis 14. Juni zeigen wir vormittags die geplanten Impulsvorträge und laden anschließend zu Diskussionen per Videokonferenz. Die im Rahmen dieser AKADEMIE ebenfalls geplanten mehrtägigen Workshops müssen leider entfallen.

Details zu unserem Online-Programm werden demnächst hier veröffentlicht.

Die weiteren im SHOWCASE geplanten Gastspiele können und wollen wir — auch in Rücksprache mit den Künstler*innen — nicht online zeigen. Die AKADEMIE „GESCHICHTE WIRD GEMACHT“ über die Geschichte des Festivals und das STADTPROJEKT mit der Künstler*innengruppe Club Real können ebenfalls dieses Jahr nicht stattfinden, da die physische Präsenz der Beteiligten eine Voraussetzung ist. Die Krise führt das Wesen des Theaters und seine Verwundbarkeit vor Augen — politisch, ökonomisch, ästhetisch. Können wir daraus auch etwas lernen? Das Impulse Theater Festival möchte einen Anfang in diese Richtung unternehmen. Anstatt die geplante Jubiläumspublikation zum 30. Festivalgeburtstag herauszugeben, laden wir Akteur*innen der Freien Szene und der Kulturpolitik dazu ein, niederzuschreiben, zu welchen Erkenntnissen, Ideen und Forderungen die Corona-Krise sie geführt hat. Diese wollen wir in einem Buch versammeln.


03.04.2020

Weil wir es jetzt immer öfter gefragt werden: Das Impulse Theater Festival ist noch nicht abgesagt. Wir steuern auf Sicht durch die Unvorhersehbarkeiten der gegenwärtigen Situation: von Tag zu Tag, von Woche zu Woche. Entscheidungen zu treffen, die darüber hinaus gültig sind, ist schwierig bis unmöglich, denn die Entscheidungsgrundlagen ändern sich ständig. Daher bereiten wir das Festival weiter unter der Annahme vor, dass es vor Ort mit Publikum stattfinden kann. Und das werden wir so lange tun, bis offizielle Stellen die Durchführung ganz untersagen oder klar ist, dass eine Durchführung unverantwortlich oder organisatorisch aufgrund von Reisebeschränkungen, notwendigen Planungsvorläufen o.ä. nicht mehr möglich wäre.

Diese Voraussetzungen prüfen wir ständig für das gesamte Festival und auch für einzelne Veranstaltungen. Gleichzeitig prüfen wir auch, welche Veranstaltungen sich ohne große künstlerische Abstriche in den digitalen Raum verlegen lassen könnten. Wir interessieren uns für Online-Formate, legen dabei aber allergrößten Wert darauf, das Theater bei diesem Medienwechsel nicht in seinem Potential zu beschneiden. Theater bleibt das Medium der Versammlung und Begegnung in einem gemeinsamen Raum. Deshalb verzichten wir auch auf hektischen digitalen Aktionismus. Dieser Virus trifft nicht nur den Körper von Menschen, er trifft das Theater als solches und er bringt eine Lücke, einen Mangel an den Tag, den wir nicht einfach füllen können, sondern diesen, auch wenn es schmerzhaft ist, aushalten und zulassen sollten. Es fehlt etwas.

Gleichzeitig war das Freie Theater oft in einer prekären Situation, oft bedroht, seine Bedingungen haben zu Improvisation und Flexibilität gezwungen. Genau diese Qualitäten wollen wir nutzen, um den Spielbetrieb so schnell wie möglich wieder aufnehmen zu können.

Und so kann es sein, dass die Impulse 2020 am Ende mehr einzelne Puzzleteile als ein ganzes Bild sein werden: aus Veranstaltungen mit nur wenigen Menschen vor Ort, Veranstaltungen im digitalen Raum, verschobenen und vielleicht auch ganz abgesagten Veranstaltungen. Wir wissen es zum jetzigen Zeitpunkt nicht und möchten keine vorschnellen Antworten präsentieren. Wo es aber bereits definitive Antworten gibt, werden wir diese kontinuierlich veröffentlichen. Den Anfang machen dabei die Schulvorstellungen von UNTERSCHEIDET EUCH! von Turbo Pascal, die wir bereits jetzt für die geplante Festival-Ausgabe 2020 absagen müssen, da das Schulministerium NRW bis zu den Sommerferien Schulveranstaltungen an außerschulischen Lernorten untersagt.

Über alle weiteren Entwicklungen halten wir Sie hier, in den sozialen Medien und im Newsletter auf dem Laufenden. Die Unvorhersehbarkeiten und Unsicherheiten, mit denen wir gerade konfrontiert sind, möchten wir mit Ihnen teilen. Und diese auszuhalten zählt, auch weit über die Vorbereitung eines Festivals hinaus, zu den großen Herausforderungen dieser Tage. Dass wir uns als Mitarbeiter*innen eines öffentlich finanzierten Festivals mit festen oder zumindest bis zum Herbst gesicherten Verträgen dabei in einer privilegierten Lage befinden, ist uns bewusst. Für die freien Künstler*innen unseres Programms versuchen wir, in Zusammenarbeit mit den Städten, Land und Bund so weit wie möglich Ausfallhonorare zu garantieren.


27.03.2020

Die für den 10. Juni geplante Schulvorstellung von UNTERSCHEIDET EUCH! von Turbo Pascal müssen wir leider absagen, da das Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen schulische Veranstaltungen an außerschulischen Lernorten bis Ende des Schuljahres untersagt. Wir bedauern die Absage, haben aber natürlich vollstes Verständnis für diese Maßnahme.


25.03.2020

Das komplette Programm der Impulse 2020 ist jetzt online! Auch wenn wir noch nicht wissen, ob das Festival stattfinden wird. Aber wir wollen Ihnen die großartigen Gastspiele, die wir zum SHOWCASE haben einladen können, ausführlicher vorstellen. Wir möchten Ihnen nicht vorenthalten, was bei dem intensiven Austausch mit unseren beiden AKADEMIE-Leiter*innen Kolja Burgschuld und Daniela Dröscher über Fragen, Formate und Gäste herausgekommen ist. Und auch wenn das STADTPROJEKT in Zusammenarbeit mit Club Real seine volle Komplexität (noch) nicht im Austausch mit der Mülheimer Stadtgesellschaft wird entfalten können, möchten wir weiterhin Aufmerksamkeit auf das Thema lenken: die immer größer werdende Schere zwischen Arm und Reich.


17.03.2020

Seit über einem Jahr bereiten wir die Festival-Ausgabe 2020 vor. Über 300 Produktionen wurden gesichtet, zehn herausragende Arbeiten haben wir zu unserem SHOWCASE eingeladen. STADTPROJEKT und zwei AKADEMIEN wurden konzipiert. Der Spielplan steht. Doch schon jetzt ist klar, dass das Festival nicht wie geplant stattfinden kann.

Alle Reisen und Präsenz-Termine im Team und mit Festivalbeteiligten haben wir vorerst abgesagt. Unsere vier Kooperationsprojekte mit Hochschulen werden nicht wie geplant starten können, müssen verschoben oder ganz abgesagt werden. Die Weiterentwicklung des STADTPROJEKTS in Zusammenarbeit mit Club Real erfordert u. a. einen intensiven Austausch mit der Stadtgesellschaft vor Ort in Mülheim an der Ruhr — dieser Teil der Vorbereitungen pausiert vorerst. Das Internationale Besucherprogramm des NRW KULTURsekretariats kann die Reisen der Gäste zurzeit nur unter Vorbehalt planen.

Alle diese Einschränkungen haben unmittelbare Auswirkungen auf die weitere Planung und Durchführung des Festivals. Wir arbeiten an Alternativen und hoffen, am 4. Juni gemeinsam mit unserem Publikum dennoch die Eröffnung der „Impulse“ 2020 feiern zu können, wenn auch anders als geplant. Zurzeit wissen wir allerdings noch nicht, ob das Festival stattfinden kann. Wir halten Sie an dieser Stelle auf dem Laufenden.

Für den Fall einer Absage des Festivals arbeiten wir bereits jetzt intensiv daran, für die freien Künstler*innen unseres Programms in Zusammenarbeit mit den Städten, Land und Bund so weit wie möglich Ausfallhonorare zu garantieren.